Diese Woche zeigt sich die Social-Media-Welt von ihrer skurrilen Seite: LinkedIn kämpft gegen seinen eigenen KI-Content, YouTube macht das Leben für Newcomer schwerer, Snapchat buhlt um kleine Unternehmen – und MySpace träumt tatsächlich von einem Comeback. Hier die wichtigsten Meldungen kurz und knackig.
Das Thema kurz und kompakt
- LinkedIn führt einen „Seems like AI slop“-Button ein, mit dem Nutzer:innen KI-Müll direkt melden können.
- Gleichzeitig will LinkedIn über eine neue Kommentar-Sortierung mehr echte Diskussionen im Feed fördern.
- YouTube verdoppelt die Einstiegshürden fürs Partner-Programm: Neue Creator brauchen ab Februar 2027 8.000 Watch-Stunden statt bisher 4.000.
- Snapchat verknüpft seine Lead-Ads jetzt direkt mit HubSpot und positioniert sich gezielt als Werbeplattform für kleine Unternehmen.
- MySpace-Eigentümer Tim und Chris Vanderhook bestätigen offiziell: Ein Comeback ist geplant – nur wann, weiß noch niemand.
- Wer solche Plattform-Trends beruflich einordnen und für die eigene Marketingstrategie nutzen möchte, findet in der Social Media Management-Weiterbildung von Distart die passende Grundlage.
LinkedIn kämpft gegen den eigenen KI-Müll
Es musste ja mal so weit kommen: LinkedIns Feed ist inzwischen so vollgestopft mit generischem KI-Content, dass die Plattform selbst einen „Seems like AI slop“-Button eingeführt hat. Nutzer:innen können damit Beiträge markieren, die verdächtig nach KI-Textgenerator riechen. Hintergrund: Eine Analyse fand heraus, dass rund 41 Prozent aller längeren LinkedIn-Beiträge komplett KI-generiert sind.
Besonders kurios: LinkedIns Produktchef Hari Srinivasan betont zwar „AI slop is a top priority for all of us“ – gleichzeitig bewirbt die Plattform aber weiterhin einen KI-Schreibassistenten fürs eigene Profil. Immerhin wurde die Funktion „Beitrag verbessern", die Texte automatisch umschrieb, durch ein reines Korrektur-Tool ersetzt, das die eigene Stimme erhalten soll.
LinkedIn will mehr (echte) Kommentare
Fast zeitgleich schraubt LinkedIn an der Kommentar-Anzeige: Kommentare sollen künftig stärker nach persönlicher Relevanz sortiert werden – basierend auf beruflichen Interessen, Kontakten und bisherigem Nutzungsverhalten. Auslöser war offenbar ein Quartalsbericht, der einen Anstieg der Kommentar-Zeit um 18 Prozent im Jahresvergleich zeigte. Ob dieser Anstieg allerdings tatsächlich von Menschen stammt oder eher von Engagement-Bots, bleibt offen – parallel geht LinkedIn nämlich gegen Engagement-Pods und KI-Spam in Kommentaren vor.
YouTube macht den Einstieg doppelt so hart
Wer auf YouTube neu durchstarten will, braucht ab sofort mehr Geduld. YouTube verdoppelt die Einstiegshürden fürs Partner-Programm: Statt bisher 4.000 Watch-Stunden oder 10 Millionen Shorts-Views braucht es künftig 8.000 Stunden oder 20 Millionen Shorts-Views. Die Regel greift ab Februar 2027 und betrifft nur neue Creator – wer bereits im Programm ist, bleibt unberührt. Shorts-Creator müssen zusätzlich dauerhaft 10 Millionen Views pro 90 Tage halten, um an der Umsatzbeteiligung zu bleiben.
Als kleinen Ausgleich rollt YouTube sein günstigeres Premium Lite-Abo weltweit aus – die Einnahmen daraus sollen laut eigenen Angaben auch bei den Creators ankommen.
Snapchat verknüpft Leads direkt mit HubSpot – und wirbt gezielt um kleine Unternehmen
Snapchat positioniert sich derzeit auffällig klar als Plattform für kleine und mittlere Unternehmen. Eine neue Integration mit HubSpot verbindet Snapchats native Lead-Formulare direkt mit dem CRM-System, inklusive Conversions-API für besseres Tracking.
Passend dazu rät Snapchat in einer neuen Kampagne größeren Marken sogar aktiv, lieber woanders zu werben: „Snapchat Ads represent a best-fit scenario for lifestyle e-commerce, mobile applications, and consumer brands prioritizing Gen Z and Millennials“, heißt es aus dem Unternehmen selbst. Als Lockmittel für Neukund:innen gibt es außerdem 75 US-Dollar Werbeguthaben bei den ersten 50 US-Dollar Ausgaben.
MySpace will's noch mal wissen
Zum Schluss ein echter Nostalgie-Moment: In einer neuen Dokumentation bestätigen die MySpace-Eigentümer Tim und Chris Vanderhook offiziell einen Neustart der einst größten Social-Media-Plattform der Welt. „Wir sind die Verwalter der MySpace-Marke, und wir werden MySpace neu starten“, so Tim Vanderhook. Ein Termin steht noch nicht fest – das Konzept soll bewusst auf algorithmische Suchtmechanismen verzichten. Vorherige Modernisierungsversuche scheiterten unter anderem an häufigen Eigentümerwechseln; laut den Brüdern verlor die Plattform dabei über 150 Millionen US-Dollar.
Fazit: Zwischen KI-Müde und Nostalgie
Die Woche zeigt zwei gegenläufige Trends gleichzeitig:
- Plattformen wie LinkedIn und Snapchat kämpfen aktiv gegen KI-generierten Einheitsbrei
- Gleichzeitig werden die Regeln für Creator (YouTube) und Werbetreibende (Snapchat) enger und spezifischer
- Und mittendrin träumt MySpace von einer Zukunft ganz ohne Algorithmus-Druck



.png)


