Apple steigt mit dem iPhone Duo erstmals in den Markt für faltbare Smartphones ein. Einer der größten Konkurrenten lässt sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen: Samsung reagiert mit einer eigenen Werbekampagne, Social-Media-Posts und ziemlich deutlichen Seitenhieben auf Apples neues Foldable.
Unter dem zunächst freundlich klingenden Motto „Welcome to Foldables“ begrüßt Samsung Apple im Markt. Wer die jahrelange Rivalität der beiden Unternehmen kennt, dürfte allerdings schnell merken: Ganz so herzlich ist die Einladung nicht gemeint.
„Welcome to Foldables“: Samsung reagiert auf das iPhone Duo
Nur einen Tag nach Apples Vorstellung des iPhone Duo veröffentlichte Samsung seine Kampagne „Welcome to Foldables“.
Im dazugehörigen Werbevideo stehen zwar Samsungs eigene Foldables im Mittelpunkt. Das Timing macht jedoch ziemlich deutlich, an wen sich die Botschaft ebenfalls richtet: Apple.
Samsung nutzt die Aufmerksamkeit rund um das neue iPhone damit geschickt für die eigene Kommunikation und erinnert gleichzeitig daran, dass der Konzern bereits seit Jahren faltbare Smartphones entwickelt.
Quelle: Samsung / YouTube
Samsung legt auf Social Media nach
Beim Werbevideo bleibt es nicht. Besonders auf X nutzt Samsung die Vorstellung des neuen iPhones für weitere Spitzen gegen Apple.
Die Botschaft dahinter: Was Apple jetzt als Neuerung präsentiert, kennt man bei Samsung längst.
In einem Beitrag stellt Samsung infrage, ob Apple überhaupt nennenswerte Innovationen präsentiert habe. An anderer Stelle wird sinngemäß behauptet, Apple wärme mit seinem neuen Foldable lediglich Ideen auf, die Samsung schon länger verfolgt.
Für Samsung ist das natürlich eine dankbare Ausgangslage. Schließlich brachte das Unternehmen bereits 2019 sein erstes Galaxy Fold auf den Markt.
Auch mit Printwerbung nimmt Samsung Apple aufs Korn
Die Kampagne beschränkt sich nicht auf Social Media und YouTube.
Am 11. September erschien Samsung mit der Aussage „Zu gut, um es nicht zu kopieren“ auf der Titelseite der Welt. Auf der folgenden Seite präsentierte das Unternehmen seine eigenen Galaxy-Modelle wiederum unter dem Motto „Willkommen in der Welt der faltbaren Smartphones“.
Damit wird aus einem Produktlaunch des Konkurrenten kurzerhand eine eigene Marketingkampagne. Und genau das macht die Aktion auch aus Social-Media-Marketing-Sicht interessant.
Was Marken von Samsungs Reaktion lernen können
Samsung betreibt hier klassisches Moment Marketing: Ein Ereignis, über das ohnehin gerade viele Menschen sprechen, wird zum Anlass für die eigene Markenkommunikation.
- Aktualität: Samsung reagiert unmittelbar auf Apples Produktlaunch.
- Klare Positionierung: Die Marke stellt ihre Erfahrung mit Foldables in den Mittelpunkt.
- Wiedererkennung: Die Rivalität zwischen Samsung und Apple ist vielen Menschen bereits bekannt.
- Unterhaltung: Provokante Botschaften sorgen eher für Reaktionen als klassische Produktwerbung.
- Kanalübergreifende Idee: Video, Social Media und Print greifen dieselbe Botschaft auf.
Für Social Media Manager:innen steckt darin ein wichtiger Punkt: Guter Content muss nicht immer mit einem komplett neuen Thema beginnen. Auch aktuelle Ereignisse, Trends und Aktionen anderer Marken können einen Anlass für eigene Inhalte liefern, solange der Bezug zur eigenen Marke glaubwürdig ist.
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Ganz einseitig ist der Schlagabtausch allerdings nicht
Samsung teilt kräftig aus, doch auch Apple verzichtet nicht vollständig auf Seitenhiebe.
Bei der Präsentation des iPhone Duo kritisierte Apple-Chef John Ternus andere faltbare Smartphones sinngemäß dafür, sich wie zwei zusammengeklebte Smartphones anzufühlen. Apple positioniert das eigene Gerät damit ebenfalls bewusst gegenüber den bereits erhältlichen Foldables.
Aus einer Produktvorstellung wird so gleichzeitig ein öffentlich ausgetragener Wettbewerb um die Frage: Wer baut eigentlich das bessere faltbare Smartphone?
Warum Samsung gerade jetzt so offensiv reagiert
Hinter den humorvollen Posts steckt natürlich ein wirtschaftliches Interesse.
Samsung gehört zu den Pionieren bei faltbaren Smartphones. Mittlerweile konkurriert das Unternehmen in diesem Segment unter anderem mit Google, Motorola, Honor und Xiaomi. Mit Apple kommt nun ein weiterer großer Anbieter hinzu.
Samsung versucht deshalb, einen entscheidenden Vorteil kommunikativ zu besetzen: Wir waren zuerst da.
Statt Apple den gesamten Gesprächsraum rund um das neue Gerät zu überlassen, nutzt Samsung dessen Markteintritt, um die eigene Foldable-Geschichte wieder in Erinnerung zu bringen.
Fazit: Konkurrenz kann ziemlich guter Content sein
Samsung zeigt mit „Welcome to Foldables“, wie sich ein aktuelles Ereignis für die eigene Markenkommunikation nutzen lässt.
Besonders clever ist dabei das Zusammenspiel der verschiedenen Kanäle. Das Werbevideo funktioniert für sich, die Social-Media-Posts treiben den Seitenhieb weiter und die Printanzeige greift dieselbe Idee erneut auf.
Für Unternehmen bedeutet das natürlich nicht, dass sie bei jeder Gelegenheit gegen ihre Konkurrenz schießen sollten. Moment Marketing funktioniert vor allem dann, wenn Timing, Markenpersönlichkeit und Anlass zusammenpassen.
Bei Samsung und Apple ist diese Grundlage vorhanden. Die öffentliche Rivalität gehört inzwischen fast schon zur Kommunikation der beiden Marken.
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