Social-Media-News: Instagram testet 90-Minuten-Videos, Pinterest öffnet Programmatic Buying, YouTube senkt Auszahlungsschwelle im Test

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Instagram testet unter dem Namen „Features“ Querformat-Videos mit bis zu 90 Minuten, Pinterest macht seine Werbeplätze für Programmatic Buying zugänglich, und Meta zeigt die Leistung einzelner Anzeigenelemente. Dazu testet YouTube eine niedrigere Auszahlungsschwelle, und LinkedIn vereinfacht die Navigation und baut seine Datenseite um.

Das Thema kurz und kompakt

  • Instagram testet Features, horizontale Videos von bis zu 90 Minuten, in Brasilien und seit dem 26. Oktober mit ausgewählten Creator:innen in den USA.
  • Pinterest bietet Display- und Video-Werbung über Programmatic Deals an, in Nordamerika, Südamerika und Asien-Pazifik.
  • Meta zeigt im Ads Manager per „Breakdown“ die Leistung einzelner Anzeigenelemente. Bei, bei bestimmten Formaten und Conversions gibt es Einschränkungen.
  • YouTube testet eine Auszahlung ab 20 statt 100 US-Dollar, nur für zufällig gewählte Creator:innen in den USA, Indien und Indonesien.
  • LinkedIn testet eine vereinfachte Navigation und benennt den Economic Graph in LinkedIn Pulse um.

Instagram: Lange Videos im Querformat

Instagram-Chef Adam Mosseri und Produktchefin Tessa Lyons haben „Features“ vorgestellt: Videos im Querformat von bis zu 90 Minuten, gedacht für Podcasts, Vlogs und Interviews. Für Creator:innen soll das neue Wege eröffnen, ihre Community aufzubauen und zu verdienen. Details zur Monetarisierung nennt Instagram bisher kaum. Zunächst erscheinen die langen Videos als kurze Ausschnitte im Explore-Bereich. Dazu testet Instagram verlinkte Reels, bei denen sich bis zu acht Reels zu einer Serie verbinden lassen, und bringt seine TV-App auf Apple TV in den USA. Wer teilnimmt, bestimmt Instagram, eine Bewerbung ist nicht möglich. Zur Einordnung: Mit IGTV hat Instagram 2018 schon einmal lange Videos versucht und die App 2022 eingestellt. YouTube erlaubt Videos von bis zu 12 Stunden. Ob Features eine echte Alternative werden, hängt vor allem davon ab, ob Creator:innen am Umsatz beteiligt werden.

Pinterest: Werbeplätze für Programmatic-Käufer

Mit „Programmatic Deals“ verkauft Pinterest seine Display- und Video-Anzeigen über die Plattformen, die Medieneinkäufer:innen ohnehin nutzen. Programmatic Buying heißt: Anzeigenplätze werden automatisiert über große Einkaufsplattformen gebucht, nicht direkt bei einer Plattform. Pinterest ist dort jetzt über Amazon Ads DVA+, Google Display & Video 360 und Yahoo DSP verfügbar, die technische Anbindung liefert Magnite. Das Angebot läuft über private Marktplätze und bevorzugte Deals, garantierte Abschlüsse testet Pinterest noch. Als Beispiel nennt das Unternehmen eine Kampagne mit Amazon: 15 Prozent zusätzliche Reichweite bei nur 1 Prozent Überschneidung und 63 Prozent mehr neuen Käufer:innen. Das sind Unternehmensangaben. Verfügbar ist das Angebot in Nordamerika, Südamerika und Asien-Pazifik. Für Europa nennt Pinterest keinen Start.

Meta: Leistung einzelner Anzeigenelemente

Im Ads Manager zeigt ein „Breakdown“, wie die einzelnen Teile einer Anzeige abschneiden: Wer „Creative“ und „Media“ wählt, sieht, wie Bilder und Videos jeweils als einzelnes Element ausgeliefert wurden. Auch Textvarianten lassen sich aufschlüsseln. Das soll Werbetreibenden helfen, zu erkennen, was funktioniert, und künftige Anzeigen darauf abzustimmen. Es gibt Einschränkungen: Für bestimmte benutzerdefinierte Conversions wie „Spenden“ und „Abonnieren” liefert die Auswertung nichts, auch Darstellungen als Karussell oder Kollektion sind nicht enthalten. Interessant ist das Timing: Meta drängt Werbetreibende zu mehr KI-Automatik, gibt aber zugleich mehr Einblick in die Leistung der Motive. Erst letzte Woche kam die Möglichkeit hinzu, Altersgruppe und Geschlecht für einzelne Anzeigenmotive festzulegen.

YouTube: Auszahlung ab 20 statt 100 Dollar im Test

YouTube testet, dass Creator:innen ihre Einnahmen aus dem Partnerprogramm schon ab 20 statt ab 100 US-Dollar (oder dem Gegenwert in lokaler Währung) auszahlen lassen können. Der Test gilt ab den Zahlungen für Oktober 2026 und trifft zufällig ausgewählte Creator:innen in den USA, Indien und Indonesien. Teilnehmende erhalten eine Benachrichtigung und sehen ihre Zahlungen in YouTube Studio auf dem Handy. Wer lieber eine höhere Schwelle möchte, kann sie in AdSense für YouTube ändern. Der Test betrifft ausschließlich AdSense für YouTube, nicht AdSense für Websites. Für Deutschland ist er nicht angekündigt, bei Konten in Euro liegt die Schwelle üblicherweise bei 70 Euro.

LinkedIn: Einfachere Navigation und neues Datenportal

LinkedIn testet eine vereinfachte Navigation für Desktop und Handy. Am Desktop führt der Reiter „Profil“ nun zu Analysen, gespeicherten Beiträgen und Einstellungen, ein neuer Reiter „Mehr“ bündelt Rätselspiele, Nachrichten, Gruppen, Events, Newsletter und Video. In der mobilen App ändert sich die untere Leiste entsprechend. Der Test läuft schrittweise und je nach Region und Sprache unterschiedlich. Außerdem zeigt der Feed bei Textbeiträgen längere Vorschauen, bevor „mehr“ erscheint, was Creator:innen helfen könnte.

Gleichzeitig hat LinkedIn den Economic Graph in „LinkedIn Pulse“ umbenannt. Das Portal bündelt Daten von 1,4 Milliarden Mitgliedern, 71 Millionen Unternehmen und 42.000 Skills und soll zeigen, wie sich Arbeit verändert und wo neue Chancen entstehen. Verwirrend ist der Name: Pulse hieß früher LinkedIns Plattform für Autor:innenbeiträge.

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