Google lässt sich das sichtbare KI-Wasserzeichen jetzt abschalten, OpenAI bringt ChatGPT-Werbung nach Deutschland – und in Kalifornien hat ein Prozess begonnen, der für Meta zur bislang teuersten Angelegenheit werden könnte.
Das Thema kurz und kompakt
- Google lässt sich das sichtbare Wasserzeichen bei KI-Bildern, -Videos und -Musik jetzt abschalten (Nano Banana, Omni, Lyria).
- Das unsichtbare SynthID-Wasserzeichen bleibt davon unberührt.
- OpenAI startet ab Ende August Werbung in ChatGPT auch in Deutschland, Frankreich, Irland und Singapur – betroffen sind nur Free und Go.
- Vor einem Bundesgericht in Oakland hat ein Prozess gegen Meta begonnen: 29 US-Bundesstaaten werfen dem Konzern vor, Facebook und Instagram gezielt süchtig machend für Kinder gestaltet zu haben.
- Meta selbst beziffert ein mögliches Strafmaß auf bis zu 1,4 Billionen US-Dollar, Klägeranwälte gehen eher von rund 200 Milliarden aus.
- Für die praktische Einordnung solcher Entwicklungen: KI Prompt Engineering-Weiterbildung und Social Media Management-Weiterbildung von Distart.
Google: Wasserzeichen jetzt optional
Neuer Schalter in den Einstellungen, „Media Watermark“: Das sichtbare Stern-Symbol auf Bildern (Nano Banana), Videos (Omni) und Musik (Lyria) lässt sich abschalten. Zuerst verfügbar in Gemini und Flow, für die Google-Suche kommt es später – ohne Termin.
Das unsichtbare SynthID-Wasserzeichen zur technischen Erkennung bleibt davon unberührt. Bereits erstellte Inhalte sind nicht betroffen, nur neu generierte. Laut Google kam die Änderung auf Wunsch der Nutzer:innen – das Wasserzeichen landete in einer Umfrage unter den Top-Kritikpunkten an Nano Banana.
OpenAI: ChatGPT-Werbung kommt nach Deutschland
Nach den USA (Februar) und UK, Mexiko, Brasilien, Japan, Südkorea (11. August) folgen Ende August Deutschland, Frankreich, Irland und Singapur. Betroffen sind nur Free und Go, die Bezahltarife bleiben werbefrei.
Die Anzeigen stehen unter der Antwort, klar als „Sponsored" markiert. Außerhalb der EU richten sie sich nach Gesprächsthema, Standort und Gerät. In der EU braucht Personalisierung eine ausdrückliche Einwilligung. OpenAI betont: Werbetreibende haben keinen Einfluss auf Antworten, Gespräche werden nicht verkauft. Buchen kann man Anzeigen aktuell nur über eine direkte Partnerschaft mit OpenAI, ein Self-Service-Manager fehlt noch.
Meta vor Gericht: Wurden Instagram und Facebook absichtlich süchtig gemacht?
Am Dienstag begannen vor einem Bundesgericht in Oakland die Eröffnungsplädoyers in einem der bislang größten Verfahren gegen Meta. 29 US-Bundesstaaten klagen gemeinsam, angeführt von Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey. Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey verfolgen dabei eigene Ansprüche nach ihren Verbraucherschutzgesetzen, alle 29 Staaten gemeinsam Ansprüche nach dem US-Kinderdatenschutzgesetz COPPA.
Der Vorwurf der kalifornischen Vize-Generalstaatsanwältin Megan O'Neill klang in ihrem Eröffnungsplädoyer so: Metas Geschäftsmodell lasse sich auf vier Punkte reduzieren – Nutzer:innen binden, sie so lange wie möglich halten, ihre Daten abschöpfen und die Wahrheit vor der Öffentlichkeit verbergen. Meta habe dabei gezielt ausgenutzt, wie die Gehirne junger Nutzer:innen funktionieren. Metas Anwalt Paul Schmidt wies die Vorwürfe zurück: Der Konzern habe zwar eingeräumt, dass einzelne Nutzer:innen durch Onlinenetzwerke zu Schaden gekommen seien, aber stets versucht, Werkzeuge zu deren Schutz zu entwickeln.
Der Prozess vor einer Jury soll sechs bis sieben Wochen dauern. Mark Zuckerberg soll Ende September aussagen, ebenso Instagram-Chef Adam Mosseri. Ein Urteil wird für Anfang Oktober erwartet. Beim Streitwert liegen die Zahlen weit auseinander: Meta selbst bezifferte in einem Gerichtsdokument ein mögliches Strafmaß auf bis zu 1,4 Billionen US-Dollar – nach eigener Aussage der Klägerseite kommt diese Zahl aber von Meta selbst zustande, indem der Konzern die Zahl junger Nutzer:innen mit möglichen Strafen pro Verstoß multipliziert hat. Klägeranwälte gehen eher von einer Größenordnung um 200 Milliarden US-Dollar aus.
Der Fall ist auch für Deutschland relevant, ohne automatisch Schadenersatz für hiesige Nutzer:innen zu bedeuten: Die EU-Kommission kam bereits im Juli zu der vorläufigen Einschätzung, dass das Design von Facebook und Instagram gegen den Digital Services Act verstößt. Bei einem endgültigen Verstoß drohen bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Die in Oakland offengelegten internen Dokumente und Zeugenaussagen könnten europäischen Behörden zusätzliches Beweismaterial liefern.

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