Instagram bietet ausgewählten Creator:innen bis zu 500.000 US-Dollar für lange Videos, Google räumt ein, dass KI-Antworten die Suchwerbung belasten, und Anthropic schreibt im Börsenprospekt, künftige Modelle könnten bald die eigene Schwelle für stark beschleunigten KI-Fortschritt erreichen.
Das Thema kurz und kompakt
- Instagram bietet ausgewählten Creator:innen 50.000 bis 500.000 US-Dollar für lange Videos auf Features, eine Beteiligung an Werbeeinnahmen gibt es bisher nicht.
- Google sagt, dass das Wachstum bei KI-Modus-Suchen wegen geringerer Monetarisierung die Einnahmen belastet hat, und weitet Anzeigen im KI-Modus aus.
- Anthropic schreibt in einer geänderten Fassung seines Börsenprospekts, künftige Modelle könnten bald die Schwelle für „dramatisch beschleunigten, auf KI zurückzuführenden Fortschritt“ erreichen. Kein aktuelles Modell hat sie überschritten.
Instagram: Geld für lange Videos
Instagram hat vergangene Woche „Features“ vorgestellt, Videos im Querformat mit bis zu 90 Minuten. Laut Business Insider bietet Instagram ausgewählten Creator:innen 50.000 US-Dollar für lange Videos, einige Angebote liegen im sechsstelligen Bereich und erreichen bis zu 500.000 US-Dollar. Meta bestätigt, einzelne Creator:innen direkt zu bezahlen, nennt aber weder Namen noch Bedingungen. Die Verträge sind offenbar nicht exklusiv, eine Quelle berichtet, dass Instagram um das Hochladen derselben Videos am selben Tag wie bei YouTube bittet. Ein dauerhaftes Modell fehlt: Eine Beteiligung an Werbeeinnahmen sieht Instagram derzeit nicht vor. Bei YouTube erhalten Creator:innen 55 Prozent der Werbeeinnahmen mit langen Videos. Instagram-Chef Adam Mosseri schrieb nach Kritik, die Wirtschaftlichkeit sei sehr wichtig und Instagram prüfe mehrere Wege, lange Videos zu vergüten. Das Muster ist nicht neu: Schon für IGTV zahlte Meta Creator:innen, 2022 wurde die App eingestellt. Features läuft bislang nur in Brasilien und den USA.
Google: KI-Antworten drücken die Einnahmen
Im Gespräch zu den Quartalszahlen sagte Googles Finanzchefin Anat Ashkenazi, das starke Wachstum bei Suchanfragen im KI-Modus habe wegen der geringeren Monetarisierung Auswirkungen gehabt. Google weitet deshalb Anzeigen in den KI-Übersichten und im KI-Modus auf mehr Nutzer:innen, Suchanfragen und Länder aus, in den USA zusätzlich mehrstufige Anzeigen. Sundar Pichai betonte dagegen den starken Schwung des KI-Modus. Hintergrund sind Chatbots wie ChatGPT, Claude und Metas Muse, bei denen weniger auf klassische Ergebnislinks geklickt wird. Im dritten Quartal wuchs Metas Werbegeschäft um 26 Prozent, Googles Sucheinheit um 12 Prozent. Ein Analyst von Emarketer nennt die Entwicklung für Googles Werbegeschäft potenziell katastrophal.
Anthropic: Schwelle für sich selbst verbessernde KI „bald“ erreichbar
Gemeint ist rekursive Selbstverbesserung: KI wird so gut darin, KI zu verbessern, dass sich die Entwicklung stark beschleunigt. In Anthropics Sicherheitsrichtlinie heißt die Schwelle dafür „dramatisch beschleunigter, auf KI zurückzuführender Fortschritt“. Die geänderte Fassung des Börsenprospekts, die Anthropic am 2. November bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichte, ergänzt zwei Punkte: Anthropic hat mit KI bereits Modelle entwickelt, deren Fähigkeitssprünge es erst im Nachhinein erkannte. Und interne Schätzungen deuten darauf hin, dass die Schwelle bei künftigen Modellen bald erreicht werden könnte. Zugleich betont das Unternehmen, dass kein aktuelles Modell sie überschritten hat und die Daten weiter ausgewertet werden. Menschen sollen auf absehbare Zeit in der Entwicklung bleiben, Claude soll keine Nachfolgemodelle ohne menschliche Aufsicht bauen.
Zur Einordnung: Börsenprospekte müssen Risiken umfassend darstellen, deshalb fällt die Warnung deutlich aus. Kritiker:innen fragen, ob solche Warnungen auch Marketing sind, andere wollen sie ernst nehmen und entsprechend regulieren. Wir hatten bereits über Anthropics Risikowarnungen im Börsenprospekt und über Sicherheitsvorfälle in der Branche berichtet. Für Unternehmen zeigen alle drei Meldungen: Plattformen, Suche und KI verändern sich gleichzeitig. Wie Du Kanäle planst, Formate auswählst und Ergebnisse misst, lernst Du in unseren Weiterbildungen zu Social Media Management, Meta Ads und Performance Marketing (Google Ads & Social Ads). Wie Du KI-Werkzeuge gezielt und verantwortungsvoll einsetzt, vermittelt die KI Prompt Engineering-Weiterbildung. Je nach Situation sind sie über Bildungsgutschein oder Qualifizierungschancengesetz förderfähig. Alle Angebote findest Du in der Kursübersicht.





