OpenAI DevDay: „dots" als KI-Agenten, günstigeres GPT-6.1 Sol und mehr Apps in ChatGPT

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Auf seiner DevDay-Konferenz hat OpenAI ChatGPT deutlich in Richtung eigenständig arbeitender Agenten und einer App-Plattform weiterentwickelt: mit „dots“ als dauerhaft aktiven persönlichen Assistenten, einem deutlich günstigeren Modell und app-artigen Plugins.

Das Thema kurz und kompakt

  • Dots sind neue, dauerhaft aktive KI-Agenten, die eigenständig an Zielen arbeiten, einen eigenen Cloud-Computer nutzen und sich mit über 4.000 Apps verbinden lassen – verfügbar für Pro- und Business-Premium-Abos.
  • GPT-6.1 Sol erreicht laut OpenAI bei Coding- und Büroaufgaben fast das Niveau des Spitzenmodells GPT-6 Astra, kostet aber nur etwa ein Fünftel.
  • ChatGPT-Plugins bekommen app-artige Oberflächen mit eigenem Bereich in der Seitenleiste, interaktiven Bedienfeldern und automatisierten Abläufen.
  • Bereits einige Tage zuvor hatte OpenAI ChatGPT Voice um Zugriff auf verbundene Apps wie Gmail, Kalender und Slack erweitert.
  • Wer verstehen möchte, wie sich solche Agenten- und Preismodelle für den eigenen Unternehmenseinsatz eignen, findet in der KI Prompt Engineering-Weiterbildung von Distart die passende Grundlage.

Dots: dauerhaft aktive persönliche KI-Agenten

Mit „dots“ führt OpenAI eine neue Kategorie von KI-Agenten ein, die auf GPT-6 Astra basieren und rund um die Uhr im Hintergrund arbeiten. Nutzer:innen geben ihrem dot einen Namen und verbinden ihn mit den Apps, die sie im Alltag nutzen. Der Agent verfügt über einen eigenen Cloud-Computer samt Browser, kann bei Bedarf Code schreiben und testen und lässt sich über ChatGPT, Textnachricht, Slack oder Teams erreichen – auch per Sprachanruf. Besonders im Fokus steht proaktives Arbeiten: In einem von OpenAI genannten Beispiel bemerkte ein dot in der frühen Testphase, dass eine Nutzerin vergessen hatte, eine Rechnung zu stellen, bereitete sie vor und verschickte sie nach Freigabe.

Sicherheitsseitig betont OpenAI mehrere Schutzmechanismen: Dots laufen getrennt vom eigenen Rechner, es sei denn, man verbindet sie explizit; im Hintergrund dürfen sie nur eingeschränkt auf bereits verbundene Apps zugreifen und können dabei weder Nachrichten senden noch den Rechner steuern; erkennt ein dot ein Sicherheitsrisiko, kann er die Arbeit selbstständig pausieren. Sensible Aktionen wie das Ändern eines Passworts bleiben immer bei der Nutzerin oder dem Nutzer selbst. Der erste dot ist kostenlos in Pro- und Business-Premium-Abos enthalten, weitere sollen künftig gegen einen monatlichen Aufpreis hinzukommen. Für Unternehmen kündigt OpenAI zusätzlich spezialisierte dots mit eigener Identität für einzelne Aufgabenbereiche an, in Zusammenarbeit mit Microsoft über dessen Agent-365-Plattform.

GPT-6.1 Sol: Fast Astra-Niveau zum Bruchteil des Preises

Parallel zu dots hat OpenAI mit GPT-6.1 Sol ein neues Modell veröffentlicht, das sich preislich zwischen dem günstigen GPT-6 Luna und dem teuren Flaggschiff GPT-6 Astra einordnet. Bei Aufgaben wie agentischem Programmieren, Computersteuerung und professioneller Wissensarbeit soll Sol nahe an Astras Leistung heranreichen, kostet dabei aber nur rund ein Fünftel – 2 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 10 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token, gegenüber 10 beziehungsweise 50 US-Dollar bei Astra. Im Coding-Test DeepSWE v1.1 erreicht Sol laut OpenAI zu diesem Bruchteil der Kosten die Punktzahl von Astra und übertrifft den Vorgänger GPT-6 Sol um 6,4 Prozentpunkte. Astra selbst bleibt mit den höchsten gemessenen Werten weiterhin das leistungsstärkste Modell und wird von OpenAI weiterhin für die anspruchsvollsten Forschungsaufgaben empfohlen.

Mehr Apps und Automatisierung in ChatGPT

Zusätzlich baut OpenAI ChatGPT zu einer Plattform für app-artige Erweiterungen aus: Entwickler:innen können ihren Plugins künftig einen festen Bereich in der ChatGPT-Seitenleiste geben, interaktive Bedienfelder sowie Dateivorschauen für eigene Formate einbauen. ChatGPT erkennt zudem im Gesprächsverlauf, wenn eine bestimmte App bei einer Aufgabe helfen könnte, und schlägt die Verbindung direkt vor. Neu ist auch Unterstützung für automatisierte Abläufe, die durch Ereignisse in einer verbundenen App ausgelöst werden. Bereits wenige Tage zuvor hatte OpenAI zudem ChatGPT Voice erweitert: Im Sprachmodus lassen sich jetzt verbundene Apps wie Gmail, Google Kalender oder Slack abfragen und nutzen – auch im kostenlosen Tarif. Aus Sicherheitsgründen lässt sich eine Aktion, die eine Bestätigung erfordert, ausdrücklich nicht per Sprache freigeben, sondern nur per Fingertipp auf dem Bildschirm.

Fazit

  • Dots bringen dauerhaft aktive, proaktive KI-Agenten in ChatGPT, mit eigenem Cloud-Computer und Anbindung an tausende Apps
  • GPT-6.1 Sol bietet nahezu die Leistung des Flaggschiffs Astra zu einem Fünftel des Preises
  • ChatGPT-Plugins werden zu app-artigen Erweiterungen mit eigener Oberfläche und automatisierten Abläufen ausgebaut

Update

Kurioses Nachspiel: Musks xAI schnappt sich die Domain dot.com

Kaum war Dots auf der DevDay-Bühne vorgestellt, sorgte eine Domain-Frage für Aufsehen im Netz: Wer „dot.com“ aufruft, landet nicht bei OpenAI, sondern direkt auf der Download-Seite von Grok Bot – dem eigenen, ebenfalls dauerhaft aktiven KI-Agenten von Elon Musks xAI. Von TechCrunch und Business Insider eingesehene Whois-Daten zeigen, dass die Domain bereits am 28. Juli den Besitzer wechselte und an xAI überging – Monate, bevor OpenAI seine „Dots“ überhaupt öffentlich ankündigte. Im Netz verbreitete sich daraufhin schnell die Vermutung, es handle sich um einen gezielten, bewusst getimten Seitenhieb gegen OpenAI, zumal beide Produkte mit einem fast identischen Versprechen werben: dauerhaft aktive KI-Agenten, die rund um die Uhr für ihre Nutzer:innen arbeiten. Weder OpenAI noch xAI äußerten sich auf Anfrage der beiden Medien zu der Weiterleitung.

Für zusätzliche Verwirrung sorgte eine zweite Namenskollision: Die Domain „dots.com“ (mit „s“) gehört zu einem längst inaktiven Unternehmen – einer kleinen Modemarke für Frauen namens Dots. Deren verwaistes Instagram-Konto wurde nach der OpenAI-Ankündigung plötzlich mit Kommentaren überflutet, weil viele Nutzer:innen es fälschlicherweise für den neuen KI-Agenten hielten.

Die Episode zeigt exemplarisch, wie unversöhnlich die Rivalität zwischen Musk und OpenAI inzwischen ist – die beiden Unternehmen liegen ohnehin bereits wegen Musks Klage gegen OpenAIs Umwandlung in ein gewinnorientiertes Unternehmen im Rechtsstreit.

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