Drei Social-Media-News, drei unterschiedliche Baustellen: LinkedIn will gegen generische KI-Posts vorgehen, die EU fördert ein alternatives Netzwerk für junge Menschen und Meta erweitert Edits um neue Workflow-Funktionen.
LinkedIn macht KI-Schrott meldbar
LinkedIn testet eine neue Meldeoption für Beiträge, die nach generischem KI-Content wirken. Nutzende können Posts künftig als „seems like AI slop“ markieren. Solche Hinweise sollen privat bleiben, können aber die algorithmische Reichweite beeinflussen. Parallel entfernt LinkedIn einige eigene KI-Schreibfunktionen. Der frühere Ansatz, Beiträge per KI stärker umzuschreiben oder „aufzuwerten“, wird zurückgefahren. Stattdessen soll ein dezenteres Proofreading bleiben, das Texte prüft, aber die persönliche Stimme weniger verändert. LinkedIn erkennt, dass zu viel KI-Content der Plattform schadet. Gerade auf einer beruflichen Plattform zählt Glaubwürdigkeit. Wer dort nur noch generische Learnings, weichgespülte Erfolgsgeschichten und austauschbare KI-Posts sieht, verliert Vertrauen.
Die EU will Social Media für junge Menschen neu denken
Die EU-Kommission fördert ein neues Projekt für ein soziales Netzwerk, das stärker an den Bedürfnissen junger Menschen ausgerichtet sein soll. Geplant ist mindestens ein funktionierender Prototyp auf offenen, dezentralen Protokollen wie ActivityPub oder AT Protocol. Diese Standards sind bereits von Mastodon oder Bluesky bekannt. Der Vorteil: Kontakte und Inhalte können leichter zwischen Diensten mitgenommen werden. Weniger Lock-in, mehr Kontrolle für Nutzende. Junge Menschen sollen das Projekt aktiv mitgestalten. Die EU nennt dabei unter anderem Datenschutz, Transparenz, digitale Gesundheit, Schutz vor problematischen Inhalten und verantwortungsvollen KI-Einsatz als zentrale Themen. Ob daraus eine relevante Plattform entsteht, ist offen. Ein neues Netzwerk wird nicht erfolgreich, nur weil es politisch gewünscht ist. Entscheidend sind Nutzung, Community, einfache Bedienung und echte Gründe, warum junge Menschen wechseln sollten.
Edits wird stärker zur Reels-Werkbank
Auch Metas Video-App Edits bekommt neue Funktionen. Kreativschaffende können künftig passendes Audio stärker nach gewünschter Stimmung suchen und schneller auf Audio-Tools zugreifen. Auf iOS kommen zwei praktische Updates dazu: Projekte lassen sich direkt in Instagram Stories exportieren. Außerdem können Videoeffekte als Adjustment Layer über die gesamte Timeline gelegt werden. Das spart Arbeit. Statt Effekte Clip für Clip anzuwenden, lassen sie sich über das ganze Projekt ziehen. Für Reels, Stories und schnelle Social-Formate ist das ein klarer Workflow-Vorteil.



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