KI-News im Überblick Woche 35: Kritik an ChatGPT for Teens, neue Werbewege und ein mysteriöses Modell

Kostenloses Erstgespräch

Kaum ist ChatGPT for Teens gestartet, melden Kinderschutz-Expert:innen Zweifel an. Gleichzeitig öffnen sich neue Wege für ChatGPT-Werbung, Alibaba sammelt Milliarden für seine KI-Offensive ein und ein anonymes KI-Modell sorgt für Rätselraten in der Entwickler-Szene.

Das Thema kurz und kompakt

  • Kinderschutz-Expert:innen äußern sich skeptisch zu ChatGPT for Teens und fordern unabhängige Tests, bevor Eltern den neuen Schutzfunktionen vertrauen sollten.
  • ChatGPT-Werbung lässt sich seit dem 24. August in 31 europäischen Ländern buchen – über Criteo jetzt auch ohne den Umweg über eine der großen Werbeagenturen.
  • Alibaba sammelt über eine Aktienplatzierung in Hongkong mehr als 10 Milliarden US-Dollar für seine KI-Infrastruktur ein – die größte Kapitalerhöhung eines börsennotierten Unternehmens in Hongkongs Geschichte.
  • Ein anonymes „Stealth"-Modell namens Ox Alpha taucht plötzlich bei Entwickler-Plattformen auf und schlägt in Coding-Benchmarks etablierte Modelle – niemand weiß offiziell, wer dahintersteckt.

Kritik an ChatGPT for Teens

Kaum war die neue, altersbeschränkte Version von ChatGPT für 13- bis 17-Jährige veröffentlicht, meldeten sich mehrere Kinderschutz-Organisationen zu Wort. Ihr zentraler Kritikpunkt: Die neuen Schutzmaßnahmen – etwa automatische Alterserkennung, Benachrichtigungen an verknüpfte Eltern-Accounts bei riskanten Gesprächen oder feste „Quiet Hours“ – seien bislang nicht unabhängig getestet. Ob die automatische Alterserkennung zuverlässig funktioniert und wie leicht sich die neuen Schutzmechanismen umgehen lassen, ist öffentlich nicht belegt. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Eltern-Verknüpfung selbst: Sie setzt voraus, dass Eltern die Funktion überhaupt aktiv einrichten – laut den befragten Expert:innen nutzen das die wenigsten. OpenAI selbst betont, Sicherheit habe für Minderjährige Vorrang vor Datenschutz und Freiheit.

ChatGPT-Werbung: Buchung jetzt auch ohne Großagentur möglich

Seit dem 24. August ist ChatGPT-Werbung in 31 europäischen Ländern verfügbar, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Österreich. Zum Start läuft die Buchung vor allem über OpenAIs eigenes Ads-Solutions-Team sowie eine Handvoll großer Agenturnetzwerke wie Publicis, WPP, Omnicom oder Dentsu – eine breit zugängliche Self-Service-Plattform soll erst später im Quartal folgen. Für kleinere Unternehmen und Agenturen, die keinen direkten Zugang zu diesen Partnerschaften haben, bietet die französische Commerce-Plattform Criteo inzwischen eine Alternative: Über deren Cross-Channel-Anbindung lassen sich ChatGPT-Anzeigen bereits jetzt direkt buchen, samt zusätzlicher Daten zur Kaufabsicht der Nutzer:innen.

Alibaba sammelt über 10 Milliarden Dollar für KI ein

Der chinesische Technologiekonzern Alibaba hat sich über eine Aktienplatzierung an der Börse in Hongkong frisches Kapital in Milliardenhöhe beschafft: 710 Millionen neue Aktien brachten rund 80 Milliarden Hongkong-Dollar, umgerechnet gut 10,2 Milliarden US-Dollar. Es handelt sich um die größte Kapitalerhöhung eines bereits börsennotierten Unternehmens in der Geschichte der Hongkonger Börse. Das komplette Kapital soll laut Alibaba in den Ausbau der eigenen KI-Infrastruktur fließen – vor allem in Cloud-Kapazitäten und Rechenzentren. Der Schritt unterstreicht den Umbau des einstigen E-Commerce-Konzerns zu einem KI- und Cloud-Unternehmen, nachdem der Gewinn zuletzt wegen hoher KI-Investitionen deutlich zurückging.

Das Rätsel um Ox Alpha

Am 20. August tauchten auf der Entwickler-Plattform OpenRouter und im Coding-Tool OpenCode ein neues KI-Modell auf, ohne dass sich ein Anbieter dazu bekannt hätte: Ox Alpha. Als sogenanntes „Stealth-Modell“ verarbeitet es Text, Bilder und Video, verfügt über ein Kontextfenster von gut einer Million Token und war für rund eine Woche kostenlos nutzbar. Bei Coding-Benchmarks schneidet es nach ersten, unabhängigen Community-Tests in einigen Fällen sogar besser ab als etablierte Modelle wie GPT-5.6 Sol oder Grok 4.6. Wer dahintersteckt, ist offiziell nicht bestätigt – erste Spekulationen deuten auf ein chinesisches Labor hin, mit dem GLM-5-Anbieter Z.ai als derzeit meistgenanntem Kandidaten.
Für Unternehmen ist bei solchen anonymen Modellen Vorsicht angebracht: Ohne Angaben zu Betreiber, Datenverarbeitung oder Sicherheitsmechanismen gehören sensible Daten oder Zugangsdaten nicht in die Eingaben.

Berufliche Weiterbildung mit Distart

Jetzt kostenlose Beratung sichern und durchstarten ! Finden Sie unverbindlich heraus, welche berufliche Weiterbildung zu den Zielen Ihres Unternehmens passt und welche Förderung für Sie infrage kommt. Distart begleitet Sie und Ihr Team auf dem Weg zu einer beruflichen Weiterbildung mit echtem Mehrwert.

Vereinbare hier Dein kostenloses Erstgespräch