Elon Musk kündigt ein deutlich größeres Grok-Modell an, Google bringt mit Pics ein neues KI-Designwerkzeug in Workspace, und Anthropic veröffentlicht mit Claude Fable 5.1 und Mythos 5.1 seine neuesten Modelle.
Das Thema kurz und kompakt
- Elon Musk kündigt Grok 4.7 für rund 10 Tage später an – mit 2,1 Billionen Parametern und zusätzlichem Training auf SpaceX-Ingenieurdaten. Das Modell ist noch nicht veröffentlicht, die Angaben stammen bislang ausschließlich von Musk selbst.
- Google startet mit Pics ein KI-Werkzeug für Bilder, Grafiken und Textbearbeitung, integriert in Docs, Slides und bald Drive.
- Anthropic veröffentlicht Claude Fable 5.1 und Claude Mythos 5.1 – laut eigenen Angaben die bislang leistungsstärksten Modelle für Coding und Wissensarbeit, bei gleichzeitig günstigeren Cache-Preisen.
Grok 4.7: Angekündigt, aber noch nicht verfügbar
Elon Musk hat auf X angekündigt, dass Grok 4.7 in etwa zehn Tagen erscheinen soll, mit einer Modellgröße von 2,1 Billionen Parametern – ein Plus von 40 Prozent gegenüber den 1,5 Billionen Parametern von Grok 4.6. Laut Musk läuft das größere Modell etwas langsamer, nutzt Token dafür aber effizienter. Besonderheit der Trainingsdaten: Zusätzlich zum regulären Training fließt eine „massive Menge“ an internen SpaceX-Ingenieurdaten aus Jahrzehnten der Raketen- und Satellitenentwicklung ein. Musk selbst äußerte sich entsprechend selbstbewusst: „Grok 4.7 will exceed all current models“ – er wäre überrascht, wenn ein anderes Modell bei realen Ingenieuraufgaben besser abschneiden würde.
Bislang handelt es sich ausschließlich um Ankündigungen von Musk selbst über seinen eigenen X-Account. Weder eine offizielle Modell-ID noch Preise, Kontextfenster oder unabhängig geprüfte Benchmark-Ergebnisse liegen bislang vor. Der Vorgänger Grok 4.6 erreichte im Artificial Analysis Intelligence Index 61 Punkte, gleichauf mit GPT-5.6 Sol Max und knapp hinter Claude Fable 5 Max mit 62 Punkten – ob Grok 4.7 diesen Abstand tatsächlich schließt, lässt sich erst nach der Veröffentlichung unabhängig prüfen.
Google Pics: Neues KI-Werkzeug für Bilder und Grafiken in Workspace
Mit Pics bringt Google ein neues, auf dem Bildmodell Nano Banana basierendes Werkzeug für Bilderstellung und -bearbeitung direkt in Google Workspace. Aus einer Texteingabe lassen sich mehrere Bildvarianten erzeugen, einzelne Objekte im Bild isoliert bearbeiten, ohne den Rest der Komposition zu verändern, und Texte innerhalb von Grafiken direkt anpassen oder in 29 Sprachen übersetzen – Schriftart und Design bleiben dabei erhalten. Ergänzend gibt es ein Upscaling auf 2K- oder 4K-Auflösung sowie gemeinsame Bearbeitung im Team.
Die Integration beginnt in Google Docs und Slides, eine Anbindung an Drive soll in den kommenden Wochen folgen. Verfügbar ist Pics für Google-AI-Pro- und Ultra-Abonnent:innen sowie für die meisten Workspace-Geschäftskund:innen. Mit dem Schritt positioniert sich Google direkt als Konkurrenz zu etablierten Design-Tools wie Canva oder Adobe Express.
Claude Fable 5.1 und Mythos 5.1: Anthropics neue Coding-Modelle
Anthropic hat mit Claude Fable 5.1 und Claude Mythos 5.1 die Nachfolger seiner im Juni vorgestellten Fable-5- und Mythos-5-Modelle veröffentlicht. Beide sind laut Anthropic dasselbe zugrunde liegende Modell, unterscheiden sich aber im Umfang der Sicherheitsvorkehrungen: Fable 5.1 steht allen Nutzer:innen offen, während Mythos 5.1 nur über vertrauenswürdige Zugangsprogramme wie das Glasswing Project verfügbar ist, aktuell beschränkt auf ausgewählte Cybersicherheitsunternehmen und Wissenschaftler:innen in den USA.
Bei den Leistungswerten meldet Anthropic deutliche Sprünge: Im Terminal-Bench-Science-0.1-Test erreicht Fable 5.1 52,6 Prozent, mehr als doppelt so viel wie Fable 5. Im Terminal-Bench 4.0 sind es 55,8 gegenüber 42,0 Prozent. Bei den Kosten verspricht Anthropic durch günstigere Cache-Lesepreise (minus 75 Prozent) Einsparungen von rund 25 Prozent bei typischen Aufgaben und bis zu 45 Prozent bei komplexen Agenten-Workflows.
Der unabhängige Benchmark-Anbieter Artificial Analysis, der Anthropic beim Vorab-Testing unterstützte, ordnet diese Einsparung differenzierter ein: Bei maximaler Rechenintensität kostet eine Aufgabe mit Fable 5.1 tatsächlich rund 20 Prozent mehr als mit Fable 5, weil das neue Modell etwa 1,7-mal so viele Ausgabe-Token verwendet – die Einsparungen zeigen sich also vor allem bei niedrigerer bis mittlerer Rechenintensität, nicht durchgängig.
Bei der Sicherheit hat Anthropic die Fehlalarme spürbar reduziert: Nutzer:innen von Claude Code sollen rund 60 Prozent weniger falsch-positive Cybersicherheits-Warnungen erleben. Neu ist außerdem, dass Fable 5.1 gezielt zum Aufspüren von Software-Schwachstellen eingesetzt werden kann, jedoch ausdrücklich nicht zur Entwicklung von Exploits dafür. Für Unternehmen kommen zudem sogenannte Enterprise Frontier Safeguards hinzu, mit denen sich Daten in der eigenen Cloud-Infrastruktur statt bei Anthropic speichern lassen, inklusive menschlicher Prüfmöglichkeit und Zero Data Retention – der Rollout dafür beginnt im Herbst schrittweise über Claude Code, Claude Enterprise, die Claude Platform sowie über AWS, Google Cloud und Microsoft Azure.
Beide Modelle sind zudem die ersten Claude-Modelle, die von Anfang an mit dem unsichtbaren Text-Wasserzeichen ausgestattet sind, über das wir bereits berichtet hatten. Neu hinzu kommt eine Detection-API in privater Vorschau, mit der Aufsichtsbehörden, Medienhäuser, Faktenchecker:innen und Forschungseinrichtungen gezielt prüfen können, ob ein Text dieses Wasserzeichen enthält.





