Google warnt vor „größter Verschlechterung" der Suche wegen EU-Auflagen

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das bild zeigt eine hand die ein smartphone hält auf dem die google suchmaske geöffnet ist. Rechts unten steht das wort "News" in blau neben einem lila Cursor-Symbol.

Seit dem 8. September verändert Google die Darstellung seiner Suchergebnisse im Europäischen Wirtschaftsraum – und spricht selbst von der „größten Qualitätsverschlechterung“ in der 29-jährigen Geschichte seiner Suchmaschine. Grund ist ein Bußgeld der EU-Kommission wegen der Bevorzugung eigener Dienste.

Das Thema kurz und kompakt

  • Die EU-Kommission hatte Google im Juli 2026 mit 460 Millionen Euro belegt, weil der Konzern eigene Dienste bei Shopping-, Hotel-, Flug- und Sportergebnissen bevorzugt haben soll.
  • Seit dem 8. September setzt Google die geforderten Änderungen im Europäischen Wirtschaftsraum um – mit einer Frist von 60 Tagen, um weitere Strafen von bis zu 5 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes zu vermeiden.
  • Betroffen sind vor allem Suchen mit Kaufabsicht: Statt Googles eigener Preis- und Buchungsübersicht erscheint künftig zuerst eine spezialisierte externe Vergleichsseite.
  • Google spricht von der größten Qualitätsverschlechterung seiner Suche seit 29 Jahren; Kritiker:innen werfen dem Konzern vor, die EU dabei als Sündenbock zu nutzen.

Änderungen

Wer im Europäischen Wirtschaftsraum – also in der EU sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein – etwa nach „Hotels in Paris“ sucht, bekommt nicht mehr direkt Googles eigene Übersicht mit Bewertungen und Hoteldetails angezeigt. Stattdessen öffnet sich ein Bereich mit Informationen eines externen Anbieters wie Booking.com oder Expedia, darunter eine Liste weiterer Alternativen samt Preisen. Bei Suchen mit Kaufabsicht erscheint zuerst eine spezialisierte externe Suchmaschine, gefolgt von zwei weiteren Vergleichsdiensten mit weniger Detailtiefe. Ein Karussell mit Hotels, Fluglinien und Restaurants rutscht weiter nach unten, Echtzeitpreise darin entfallen. Welcher Anbieter dabei ganz oben erscheint, entscheidet weiterhin Googles eigener Algorithmus.

Der Hintergrund: Bußgeld und Digital Markets Act

Grundlage ist eine Entscheidung der EU-Kommission vom Juli 2026: Sie hatte Google auf Basis des Digital Markets Act (DMA) mit 460 Millionen Euro belegt, weil der Suchmaschinen-Marktführer eigene Dienste gegenüber Wettbewerbern bevorzugt haben soll. Google muss die Darstellung nun innerhalb von 60 Tagen anpassen – bei Nichtbeachtung drohen wiederkehrende Strafzahlungen von bis zu 5 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Insgesamt summieren sich die Kartellstrafen der EU gegen Google über die vergangenen zwei Jahrzehnte auf rund 10,38 Milliarden Euro.
Google selbst warnt vor deutlichen Nachteilen: Frühere, ähnlich gelagerte Anpassungen hätten den kostenlosen Direktbuchungs-Traffic zu europäischen Unternehmen bereits um bis zu 30 Prozent gedrückt. Nutzer:innen außerhalb der EU sind von den Änderungen nicht betroffen.

Kritik: Nutzt Google die EU als Sündenbock?

Nicht alle Beobachter:innen nehmen Googles Darstellung unwidersprochen hin. Mehrere Analyst:innen vermuten, der Konzern nutze die EU-Vorgaben als bequeme Erklärung für einen ohnehin länger anhaltenden Trend: eine schleichende Verschlechterung der Suche zugunsten von mehr Werbeeinnahmen und geringeren Kosten – ein Phänomen, das in der Debatte oft als „Enshittification“ bezeichnet wird und Nutzer:innen weltweit betrifft, nicht nur in Europa.

Fazit

  • Google setzt seit dem 8. September DMA-konforme Änderungen an der Suchergebnis-Darstellung im Europäischen Wirtschaftsraum um
  • Auslöser ist ein Bußgeld von 460 Millionen Euro wegen der Bevorzugung eigener Dienste, mit einer 60-Tage-Frist zur Umsetzung
  • Google bezeichnet die Änderung selbst als größte Qualitätsverschlechterung seiner 29-jährigen Suchgeschichte, Kritiker:innen sehen darin auch strategisches Framing gegen die EU-Regulierung

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