Google-News: Gemini 4 angekündigt, Live-Avatare gestartet, Klage gegen EU-Vorgaben

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Google beschleunigt sein Tempo bei Gemini und bringt bereits sprechende Echtzeit-Avatare für Unternehmen an den Start. Gleichzeitig geht der Konzern juristisch gegen zwei EU-Anordnungen vor, die Suchdaten und Android für Konkurrenten öffnen sollen.

Das Thema kurz und kompakt

  • Gemini 4, Googles nächste große Modellgeneration, befindet sich im „Post-Training“ und soll laut DeepMind-Chef Koray Kavukcuoglu deutlich vor Jahresende erscheinen; ein zuvor angekündigtes Zwischenmodell, Gemini 3.5 Pro, entfällt.
  • Mit Gemini 3.8 Live with Live Avatar bietet Google Unternehmen jetzt sprechende, lippensynchrone Video-Avatare in 97 Sprachen, versehen mit unsichtbarem SynthID-Wasserzeichen.
  • Google hat beim EU-Gericht in Luxemburg Klage gegen zwei Anordnungen der EU-Kommission eingereicht: die Weitergabe von Suchdaten an Konkurrenten (ab Januar 2027) und die Öffnung von elf Android-Funktionen für konkurrierende KI-Assistenten (bis Mai 2027).
  • Als Begründung nennt Google Datenschutzbedenken, insbesondere bei sensiblen Suchanfragen.
  • Wer solche Entwicklungen einordnen möchte, findet in der KI Prompt Engineering-Weiterbildung von Distart die passende Grundlage.

Gemini 4 soll „so schnell wie möglich“ kommen

Googles letzte große Modellgeneration liegt bereits einige Monate zurück, ein im Juni angekündigtes Zwischenmodell namens Gemini 3.5 Pro erschien nie – Google konzentrierte sich stattdessen auf die schnelleren, günstigeren Flash-Modelle. Auf einer Branchenkonferenz bestätigte DeepMind-Chef Koray Kavukcuoglu nun, dass sich die nächste große Modellgeneration, Gemini 4, bereits im Post-Training befindet, jener Phase, in der Verhalten verfeinert und Sicherheit geprüft wird. Intern läuft das Modell bereits in Googles Coding-Werkzeug Antigravity. Ein konkretes Datum nannte er nicht, nur dass Gemini 4 „deutlich vor Jahresende“ kommen solle. Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der sowohl Anthropic als auch OpenAI zuletzt neue Spitzenmodelle veröffentlicht haben; Kavukcuoglu übernahm die Gemini-Leitung erst im August, nachdem Demis Hassabis das Tagesgeschäft abgegeben hatte.

Bereits verfügbar ist dagegen Gemini 3.8 Live with Live Avatar, seit dem 24. September in Gemini Enterprise nutzbar. Die Funktion verbindet Googles Sprachmodell mit nahezu in Echtzeit generierten, lippensynchronen Video-Avataren, etwa für Kundenservice oder geführte Erklärvideos, und unterstützt 97 Sprachen mit automatischer Erkennung und Sprachwechsel mitten im Gespräch. Jede Sekunde der generierten Inhalte versieht Google mit einem unsichtbaren SynthID-Wasserzeichen.

Google klagt gegen EU-Vorgaben zu Suchdaten und Android-Zugang

Die EU-Wettbewerbshüter hatten Google im Juli auf Basis des Digital Markets Act zu zwei Maßnahmen verpflichtet. Die erste betrifft die Google-Suche: Der Konzern soll anonymisierte Daten zu Suchanfragen, Rankings, Klicks und Ansichten mit konkurrierenden Suchmaschinen und – unter bestimmten Voraussetzungen – mit KI-Chatbots mit Suchfunktion teilen, ab Januar 2027. Die zweite zielt auf Android: Konkurrierende KI-Assistenten sollen dieselben elf Systemfunktionen nutzen können, die Google bislang Gemini vorbehält, etwa Sprachaktivierung per Hotword oder Zugriff auf App-Daten, umzusetzen bis zum 1. Mai 2027.

Google hat gegen beide Anordnungen jetzt Klage vor dem Gericht der Europäischen Union in Luxemburg eingereicht. Oliver Bethell, bei Google für Wettbewerbsfragen zuständig, begründet den Schritt mit der Gefahr für die Privatsphäre: Man wehre sich gegen Entscheidungen, die dazu zwingen würden, „den privaten Suchverlauf von Nutzer:innen ohne ausreichende Anonymisierung zu teilen und wichtige Sicherheitsvorkehrungen bei Android zu schwächen“. Bis das Gericht entscheidet, bleiben die ursprünglichen Fristen zunächst bestehen.

Fazit

  • Gemini 4 befindet sich im Post-Training und soll deutlich vor Jahresende erscheinen.
  • Gemini 3.8 Live mit Live-Avatar bringt sprechende, wasserzeichenversehene Video-Avatare in 97 Sprachen für Unternehmen
  • Google klagt gegen EU-Anordnungen zur Weitergabe von Suchdaten und zur Öffnung von Android für KI-Konkurrenten, mit Datenschutz als Hauptargument

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