Shorts-Bonus, Verlage gegen Meta, Muse-Rekord und gesperrte ChatGPT-Chats

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YouTube testet Prämien für regelmäßige Shorts, auch in Deutschland. Verlagsverbände fordern die EU auf, Metas neue Crawling-Klausel zu stoppen. Metas KI-Assistent Muse knackt 10 Millionen Downloads in den USA, und ChatGPT erlaubt jetzt gesperrte Chats.

Das Thema kurz und kompakt

  • YouTube testet einen Shorts-Bonus für eingeladene Creator:innen in sechs Ländern, darunter Deutschland.
  • Instagram-Chef Adam Mosseri will KI-Inhalte nicht verbieten, aber stärker kennzeichnen und das Kopieren von Künstler:innen-Inhalten eindämmen.
  • Die Verlegerverbände BDZV und MVFP fordern ein EU-Verbot von Metas Crawling-Klausel, die ab dem 30. Oktober gilt.
  • Muse erreicht in 40 Tagen 10,2 Millionen Downloads in den USA. Ein Großteil des Wachstums ist allerdings über Metas eigene Werbung gekauft.
  • ChatGPT bekommt gesperrte Chats mit PIN oder Face ID. Sie sind aus Verlauf und Suche ausgeblendet, aber nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Instagram: KI-Inhalte nicht verbieten, aber kennzeichnen

In seiner wöchentlichen Fragerunde und in einem Beitrag auf Threads sagte Adam Mosseri, ein Verbot von KI-Inhalten sei nicht praktikabel. Instagram bremst Inhalte auch nicht, nur weil sie mit KI entstanden sind. Das Ziel des Rankings sei, Menschen Inhalte zu zeigen, die sie mögen, egal ob mit oder ohne KI. Es gebe gute KI-Inhalte und viel Müll („Slop“), und das Ranking mache dabei auch Fehler. Besorgt zeigte sich Mosseri vor allem über KI-Konten, die Inhalte von Künstler:innen kopieren, etwa Stand-up-Programme von Comedians. Instagram arbeitet an einer Lösung und erlaubt schon jetzt Urheberrechtsmeldungen. Außerdem sollen mehr KI-Inhalte ein Label bekommen und Creator:innen sollen Anreize erhalten, ihre KI-Inhalte freiwillig zu markieren.

YouTube: Bonus für regelmäßige Shorts

YouTube testet ein Bonusprogramm für Shorts, bislang nur auf Einladung und für drei Monate. Es läuft in den USA, Großbritannien, Deutschland, Brasilien, Japan und Südkorea. Wer eingeladen ist, muss jeden Monat eine bestimmte Mindestzahl öffentlicher Shorts veröffentlichen (in Beispielen genannt wurden 12 oder 16) und kann dafür eine Basisprämie bekommen, dazu einen Leistungsbonus für „gültige, engagierte Shorts-Aufrufe“. Genannt wurden Beträge zwischen 300 und 2.000 US-Dollar im Monat, eine Garantie für den Leistungsbonus gibt es nicht. Eine Bewerbung ist nicht möglich, YouTube will in den nächsten Monaten weitere Creator:innen einladen. Parallel erweitert YouTube sein Shopping-Partnerprogramm und überarbeitet die Shopping-Analysen. Das Programm passt zur bevorstehenden Verschärfung der Monetarisierungsregeln für neue Kanäle ab Februar 2027 und zum Shorts-Algorithmus, der Originalinhalte bevorzugt.

KI-Pannen der letzten Woche

Mehrere KI-Systeme sorgten zuletzt für Aufsehen. Bei Meta wurde die Anweisungsvorlage des WhatsApp-KI-Assistenten öffentlich, die eigentlich intern bleiben sollte und Angreifer:innen Hinweise liefern könnte, wie sich Chatbots austricksen lassen. Außerdem führte eine Meta-Erkennung zu einem Eingriff gegen ein Konto, weil sie ein anderes KI-System als solches erkannte. Auf X verbreitete der Chatbot Grok Gerüchte über eine anonyme Klägerin in einem Fall sexueller Gewalt. Die Vorfälle zeigen, wie manipulierbar KI-Systeme noch sind, auch wenn sie als Geschäftslösungen beworben werden.

Verlage gegen Metas Crawling-Klausel

Wir hatten berichtet, dass Meta ab dem 30. Oktober Websites auslesen darf, die zu Geschäftskonten gehören. Jetzt fordern die Verbände BDZV und MVFP die EU-Kommission auf, die Klausel zu prüfen und ihre Anwendung bis zum Abschluss des Verfahrens zu untersagen. Sie betreffe komplette digitale Angebote einschließlich Archiven, Bildern und Videos. Aus Sicht der Verbände verstößt sie gegen den Digital Markets Act, der faire und angemessene Zugangsbedingungen für gewerbliche Nutzer vorschreibt, und stellt einen Missbrauch von Marktmacht dar. Dass das Wort „Training“ gestrichen wurde, löse das Problem nicht, denn Meta beansprucht weiterhin umfassende Rechte zur automatischen Erfassung und Auswertung der Inhalte, ohne den Verlagen wirksame Kontrolle zu geben. Einmal ausgelesene Inhalte lassen sich nicht mehr zurückholen. Meta betont, die Klausel betreffe nur Werbe- und Geschäftsprodukte.

Muse: 10 Millionen Downloads in 40 Tagen

Laut Sensor Tower hat Muse in den ersten 40 Tagen 10,9 Millionen Downloads erreicht, davon 10,2 Millionen in den USA. Nur 11 andere Apps haben diese Marke in dieser Zeit geschafft, zuletzt Threads im Juli 2023. Die meisten davon waren Spiele. ChatGPT kam in den ersten 40 Tagen auf 3,7 Millionen Downloads in den USA, Grok auf 0,5 und Claude auf 0,2 Millionen. Weltweit lag ChatGPT mit rund 15 Millionen Downloads dagegen vor Muse. Nach sieben Tagen nutzen noch 30 Prozent Muse, nach 14 Tagen 23 Prozent. Der Schnitt vergleichbarer KI-Apps liegt bei 19 und 16 Prozent. Dabei hat Meta nachgeholfen: 39 Prozent des Meta-Werbebudgets im Oktober flossen in Werbung für Muse, im September waren es 23 Prozent. 94 Prozent der Downloads stammen aus den USA, in Deutschland ist Muse bislang nicht verfügbar.

ChatGPT: Gesperrte Chats

Mit „Locked Chats“ lassen sich einzelne Unterhaltungen hinter einer vierstelligen PIN verstecken. Auf dem Handy geht das auch per Face ID oder Touch ID. Gesperrte Chats findest Du unter „Projekte“ im Bereich „Locked chats“. Sie tauchen weder im normalen Verlauf noch in der Suche auf, und mit „Lock now“ beendest Du den Zugriff sofort. Wer die PIN ändert, behält seine Chats, wer sie zurücksetzt, löscht alle gesperrten Chats endgültig. Dateien lassen sich ebenfalls in gesperrten Chats ablegen.
Beim Gedächtnis gilt eine Einbahnstraße: Gesperrte Chats können Informationen aus dem normalen Gedächtnis nutzen, was nur in gesperrten Chats gemerkt wird, gelangt aber nicht in normale Chats. Was ChatGPT schon vor dem Sperren gespeichert hat, bleibt allerdings im normalen Gedächtnis. Nicht sperren lassen sich temporäre, archivierte und Gruppen-Chats, Chats aus geteilten Links, mit geplanten Aufgaben oder Meeting-Aufnahmen, außerdem Codex, lokale Work-Chats und ChatGPT for Healthcare. Die Sprachfunktion funktioniert in gesperrten Chats nur auf dem Handy, nicht am Desktop. Die Funktion kommt schrittweise für Free, Go, Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu.
Wichtig für den Datenschutz: Die Sperre schützt vor neugierigen Blicken am Gerät, nicht vor der Speicherung bei OpenAI. Es gibt keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, und gesperrte Chats folgen Deiner Einstellung zur Modellverbesserung. In Enterprise- und Edu-Workspaces bleiben sie außerdem in den Nachrichtenprotokollen der OpenAI-Compliance-Plattform enthalten, Admins können sie also weiterhin einsehen.

Fazit

  • YouTube prämiert regelmäßige Shorts, Instagram will KI-Inhalte stärker kennzeichnen
  • Verlagsverbände fordern ein EU-Verbot von Metas Crawling-Klausel
  • Muse wächst schnell, auch dank Metas Werbebudget
  • ChatGPT schützt einzelne Chats per PIN, aber nicht durch Verschlüsselung

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