Meta hat Muse Wonder und Muse Wonder Full veröffentlicht, die stärksten Modelle des Konzerns. Mark Zuckerberg erteilt zum Start einer Verlangsamung der KI-Entwicklung eine Absage. Und im Ads Manager erklärt Meta, welche Kontrolle über Anzeigen-Platzierungen noch bleibt.
Das Thema kurz und kompakt
- Muse Wonder ist per Meta-Model-API und in Muse-Code verfügbar (4 US-Dollar pro Million Eingabe-Token, 20 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token). Muse Wonder Full gibt es nur in Muse-Code-Abos für 50 oder 200 US-Dollar im Monat.
- Unabhängige Tests sehen einen großen Sprung gegenüber Muse Spark 1.3, bei fast dreifachem Preis.
- Zuckerberg lehnt die von Anthropic-Chef Dario Amodei vorgeschlagene branchenweite Verlangsamung ab: Viele konkurrierende Modelle seien sicherer als wenige in der Hand weniger Firmen.
- Meta hat den freiwilligen EU-Verhaltenskodex für KI-Modelle nicht unterzeichnet, der ausführliche Sicherheitsbericht zu Muse Wonder steht noch aus.
- Im Ads Manager bleiben Platzierungs-Optionen vor allem über kreative Anpassungen, Wertregeln und Ausschlüsse auf Kontoebene.
- Wer Meta-Kampagnen und KI-Tools gezielt einsetzen möchte, findet in der Kursübersicht von Distart die passenden Weiterbildungen.
Muse Wonder: Meta schließt zur Spitzengruppe auf
Meta nennt Muse Wonder und Muse Wonder Full seine bislang leistungsfähigsten Modelle, gebaut für persönliche und berufliche KI-Agenten. Wonder soll bald auch den KI-Agenten Muse antreiben, zunächst für Abonnent:innen. Die Muse-App gibt es bislang nur in den USA und Kanada. Eine Länderliste für die API nennt Meta nicht.
Die unabhängigen Tests von Artificial Analysis bestätigen einen deutlichen Sprung: Im Intelligence Index erreichen die Modelle 52 und 56 Punkte, Muse Spark 1.3 kam auf 48. Muse Wonder Full landet in sechs von zehn Teilprüfungen unter den ersten drei und erreicht im Coding-Agent-Index 68 Punkte, gleichauf mit Claude Code mit Sonnet 5.5. Bei Finanz- und Rechtsaufgaben blieb die Leistung dagegen auf dem Niveau des Vorgängers. Metas eigene Zahlen fallen noch besser aus, stammen aber aus einem selbst entwickelten Index. Eine Aufgabe im Intelligence Index kostet mit Muse Wonder 4,52 US-Dollar, fast das Dreifache von Muse Spark 1.3 (1,60). Weil Wonder Full nur in Muse-Code verfügbar ist, lässt es sich von außen schwerer testen.
Zuckerberg lehnt die KI-Bremse ab
Zum Start erteilte Zuckerberg der von Amodei im September vorgeschlagenen branchenweiten Verlangsamung eine Absage. KI lasse sich mit gewöhnlichen Leitplanken verantwortungsvoll bauen. Mehr Sicherheit verspricht er sich von vielen konkurrierenden Modellen mit gegenseitiger Kontrolle. Nur wenige starke Modelle in wenigen Händen hält er für die riskantere Konstellation. Für Meta kommt eine Bremse auch aus geschäftlicher Sicht zur Unzeit: Der Konzern hat seine KI-Sparte in 14 Monaten umgebaut und sieht sich nach eigener Darstellung erst jetzt an der Spitze.
Für Unternehmen in der EU gilt unabhängig davon die KI-Verordnung. Anbieter von Modellen mit systemischem Risiko müssen Modelle evaluieren, Angriffstests durchführen und schwerwiegende Vorfälle melden. Bußgelder sind seit August 2026 möglich. Wer Muse Wonder einsetzen will, sollte die Modelldokumentation anfordern und den angekündigten Sicherheitsbericht abwarten.
Anzeigen-Platzierung: Was Meta noch erlaubt
Wir hatten berichtet, dass Meta Ausschlüsse einzelner Platzierungen aus den Ad-Sets entfernt. Jetzt zeigt Meta, wie Werbetreibende zumindest etwas Kontrolle behalten: Erstens lassen sich in einer Anzeige mit mehreren Medien (bis zu zehn Bilder und Videos) Format, Text, URL und Auslieferung je Platzierung anpassen. Zweitens bleiben Wertregeln. Drittens lassen sich auf Kontoebene weiterhin Platzierungen je Kampagnenziel ausschließen. Bei Partnerschaftsanzeigen mit Advantage+-Platzierungen lässt sich steuern, wo sie erscheinen, falls sie auf bestimmte Platzierungen begrenzt sind. Diese Optionen ersetzen allerdings nicht die gewohnte Platzierungsauswahl im Ad Set. Der Wegfall wird schrittweise ausgerollt, und vermutlich verlieren bald alle Meta-Anzeigen diese Kontrolle.




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