Meta hat mit Muse Wonder und Muse Wonder Full zwei neue Modelle veröffentlicht, die bei Agenten-Aufgaben deutlich aufholen. Parallel berichten Insider, dass OpenAI und Anthropic Notfallszenarien für den Fall einer KI-Krise durchspielen.
Das Thema kurz und kompakt
- Muse Wonder und Muse Wonder Full sind laut Meta die bislang leistungsfähigsten Modelle des Konzerns, gebaut für persönliche und berufliche KI-Agenten mit Active Memory und Active Focus.
- Im Intelligence Index von Artificial Analysis erreichen sie 52 und 56 Punkte, gegenüber 48 bei Muse Spark 1.3, nur sechs Wochen nach dessen Veröffentlichung.
- Muse Wonder ist per API und in Muse Code verfügbar, Muse Wonder Full nur für Muse-Code-Abonnent:innen.
- Nach Berichten mit anonymen Quellen spielen OpenAI und Anthropic Szenarien für eine schwere KI-Krise durch, vor allem große Cyberangriffe und politische Gegenreaktionen.
- Wer KI-Agenten und ihre Grenzen einordnen möchte, findet in der KI Prompt Engineering-Weiterbildung von Distart die passende Grundlage.
Muse Wonder: Meta holt bei Agenten auf
Meta setzt bei den neuen Modellen auf zwei Fähigkeiten: Active Memory, also wichtigen Kontext über Gespräche hinweg zu behalten und bei Bedarf abzurufen, und Active Focus, also hartnäckig an einem Ziel zu arbeiten, Alternativen auszuprobieren, Hindernisse zu umgehen und vor wichtigen Aktionen nachzufragen. Trainiert wurden die Modelle im Prometheus-Rechenzentrum im Gigawatt-Maßstab. Muse Wonder soll bald auch den KI-Agenten Muse antreiben, zunächst für Abonnent:innen. Meta nennt die Modelle seine am besten ausgerichteten und bietet nach eigenen Angaben die bislang stärksten Schutzmaßnahmen gegen Missbrauch bei biologischen, chemischen, nuklearen und Cyberthemen. Ein ausführlicher Sicherheitsbericht soll folgen.
Die unabhängigen Tests von Artificial Analysis bestätigen einen deutlichen Sprung: Muse Wonder Full verbessert sich gegenüber Muse Spark 1.3 in allen zehn Teilprüfungen, am stärksten bei Agenten-Aufgaben. Beim Terminal-Bench 4.0 steigt es von 33 auf 57 Prozent. In sechs der zehn Teilprüfungen landet es unter den ersten drei, bei GDPval-AA auf Platz zwei, bei CritPt und GDP.pdf knapp auf Platz eins. Im Coding-Agent-Index erreicht es 68 Punkte, gleichauf mit Claude Code mit Sonnet 5.5, und liegt vor Opus 5.5 (66). Schwächer bleibt das Faktenwissen. Durch eine niedrige Halluzinationsrate (23 Prozent) wird das teilweise ausgeglichen.
Beim Preis zieht Meta kräftig an: Muse Wonder kostet 4 US-Dollar pro Million Eingabe- und 20 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token, Muse Spark 1.3 lag bei 1,25 und 4,25 US-Dollar. Eine Aufgabe im Intelligence Index kostet damit 4,52 US-Dollar, mehr als bei GPT-6 Astra (3,26) und Gemini 4 Argon (1,99), aber weniger als bei Claude Fable 5.1 (7,63), Opus 5.5 (5,98) und Sonnet 5.5 (5,46). Muse Wonder Full ist nicht pro Token buchbar, sondern nur über Muse-Code.
KI-Firmen spielen den „Tag danach“ durch
Axios berichtet unter Berufung auf anonyme Insider, dass Führungskräfte bei OpenAI und Anthropic hinter verschlossenen Türen Szenarien für einen schweren KI-Vorfall durchspielen. Im Mittelpunkt stehen demnach große Cyberangriffe, die kritische Systeme wie Finanzsektor, Internet sowie Strom- und Wasserversorgung lähmen könnten. Noch mehr als die direkten Folgen fürchten die Firmen offenbar politische Gegenreaktionen, etwa nach den Zwischenwahlen im November, die ein pauschales Ausbremsen der KI-Entwicklung bedeuten und die stark KI-getriebene US-Wirtschaft treffen könnten. OpenAI bestätigt interne Vorbereitungsübungen, betont aber, die Szenarien würden nicht als unausweichlich behandelt. Anthropic lehnte eine Stellungnahme ab.



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