DeepSeek hat sein KI-Modell V4.1 Flash aktualisiert und bietet erstmals eine eigene Websuche für Entwickler:innen an. Meta hat nach Kritik von Verlagen eine Klausel in seinen Geschäftsbedingungen entschärft, die das Auslesen von Websites erlaubt. Sie gilt ab dem 30. Oktober.
Das Thema kurz und kompakt
- DeepSeek hat am 17. Oktober V4.1-Flash-1017 veröffentlicht: schneller, mit kürzeren Antworten und besseren Testergebnissen als die Version vom September, zum gleichen Preis.
- Parallel öffnet DeepSeek seine Such- und Abruf-Schnittstellen für alle Entwickler:innen, für 0,75 US-Dollar pro 1.000 Aufrufe.
- Die Leistungszahlen stammen von DeepSeek selbst, unabhängige Tests der neuen Version stehen noch aus.
- Meta erlaubt sich ab dem 30. Oktober, Websites auszulesen, die mit Geschäftskonten auf Facebook, Instagram oder WhatsApp verbunden sind. Nach Kritik strich Meta das Wort „Training“ aus der Klausel.
- Rechtsexpert:innen halten die neue Formulierung weiterhin für s
DeepSeek: Schnelleres Modell und eigene Websuche
V4.1 Flash ist DeepSeeks schnelles, günstiges KI-Modell, das sich frei herunterladen lässt. Die neue Version 1017 wurde mit einem Verfahren trainiert, bei dem sich das Modell selbst Rückmeldung gibt und so lernt, ganze Projekte von Grund auf zu bauen, vom Spiel bis zum 3D-Modell. Nach eigenen Angaben von DeepSeek verbessert sich das Modell in allen getesteten Bereichen, im Programmier-Test Terminal-Bench 4.0 etwa von 31,2 auf 42,3 Punkte. Bei einigen Programmier- und Agenten-Aufgaben liegt es laut DeepSeek vor größeren Modellen wie Claude Opus 5 und GPT-5.6 Sol, bei durchschnittlichen Kosten von knapp 0,20 US-Dollar pro Aufgabe. Der Preis pro Token bleibt gleich: 0,30 US-Dollar pro Million Eingabe- und 1,20 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token, außerhalb der Stoßzeiten die Hälfte. Weil die Antworten kürzer ausfallen, kostet jede einzelne Aufgabe weniger.
Neu ist außerdem eine Such-API: Entwickler:innen können KI-Anwendungen über DeepSeeks eigene Suchmaschine im Internet suchen lassen und einzelne Webseiten abrufen. DeepSeek nennt hunderte Millionen Suchanfragen am Tag. Zur Einordnung: Unabhängige Tests der neuen Version gibt es noch nicht, die September-Version kam im Intelligence Index von Artificial Analysis auf 39 Punkte. Zudem war DeepSeek in der Vorwoche laut Berichten etwa fünf Stunden nicht erreichbar.
Meta: Streit um das Auslesen von Websites
Meta ändert zum 30. Oktober seine Geschäftsbedingungen für Geschäftskonten (also Seiten, Werbekonten und Business-Dashboard). Ursprünglich durfte Meta danach Websites, die zu solchen Konten gehören, automatisch auslesen und die Inhalte nutzen, um seine Produkte zu „trainieren“. Dazu zählt auch Meta AI. Drei Rechtsexpert:innen sahen darin laut Nieman Lab eine Erlaubnis, auch Nachrichtenseiten für KI-Training auszulesen, denn praktisch jede Redaktion hat ein Meta-Geschäftskonto. Verlagsverbände nannten die Klausel „empörend“ und kündigten Schritte an, der Europäische Verlegerrat will sich an die EU wenden.
Meta hat die Klausel daraufhin angepasst: Das Wort „Training” ist gestrichen, das Auslesen soll nur dazu dienen, Werbe- und Geschäftsprodukte zu betreiben und zu verbessern. Ein Meta-Sprecher betont, es gehe nicht um das Auslesen von Nachrichtenseiten. Webseitenbetreiber:innen könnten ihre Vorgaben weiter über die Datei robots.txt festlegen. Rechtsexpert:innen weisen jedoch darauf hin, dass „Geschäftsprodukte“ weiter sehr weit gefasst ist und die neuen Bedingungen nicht ausdrücklich zusagen, robots.txt zu beachten. Einen Widerspruch vor dem 30. Oktober gibt es nicht. Wer zustimmen will, nutzt sein Geschäftskonto einfach weiter.
Fazit
- DeepSeek liefert ein schnelleres Modell zum gleichen Preis und öffnet seine Suche für Entwickler: innen, die Leistungsangaben sind aber noch nicht unabhängig geprüft.
- Meta darf ab dem 30. Oktober Websites mit Geschäftskonten auslesen, das Wort „Training“ ist nach Kritik gestrichen.
- Die neue Klausel bleibt nach Ansicht von Rechtsexpert:innen weit gefasst.




