Gefühlt gibt es täglich neue Updates in der Welt der Künstlichen Intelligenz – und manche Nachrichten haben nur eine kurze Halbwertszeit. Zu den interessantesten Entwicklungen der letzten Jahre gehört aber definitiv generative KI – eine Technologie, die bleiben wird. Egal, ob Du im Bereich Digitales Marketing arbeitest, als Freelancer Content erstellst oder auf der Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen bist: Generative KI kann Deinen Berufsalltag erheblich vereinfachen. Was genau Generative KI ist und wie sie funktioniert, zeigen wir Dir in diesem Artikel.
Was ist Generative KI? Definition
Generative KI ist eine Form der Künstlichen Intelligenz, die darauf ausgelegt ist, auf der Grundlage großer Datenmengen („Big Data“) neue Inhalte zu kreieren. Sie erstellt Texte, Bilder, Musik, Videos und sogar Programmcodes. Die Nutzer müssen dafür sogenannte Prompts formulieren: also Anleitungen in Textform, die der KI erklären, was sie generieren soll.
Generative KI kann nicht nur vorhandene Daten auslesen und Vorhersagen treffen, sondern geht einen Schritt weiter: In einem Prozess, den man in der KI-Forschung „Machine Learning“ nennt, ist generative KI in der Lage, mithilfe von Daten zu „lernen“ und immer bessere Ergebnisse zu liefern.
Ein Beispiel für generative KI ist das Sprachmodell ChatGPT, das wie ein Chatbot nutzbar ist und auf der Grundlage von Prompts menschlich klingende Texte schreibt oder andere Inhalte kreiert, die auf den Daten basieren, mit denen sie trainiert wurde.
Wie funktioniert Generative KI?
Hinter der Technologie der generativen KI stehen sogenannte Fundamentmodelle. Diese Modelle sind multitaskingfähig und können vordefinierte Aufgaben ausführen. Mittels sogenanntem Machine Learning trainieren die Programmierer das Modell mit enormen Datensätzen. Diese Datensätze sind der eigentliche Motor der Maschine: Die KI durchforstet hunderte, tausende oder Millionen Beispieldaten und generiert daraus neue Inhalte.
Zu den häufigsten Modellen gehören „Generative Adversarial Networks“ (GANs) und „Transformer-Modelle“. GANs bestehen aus zwei Netzwerken: einem Generator, der versucht, neue Inhalte zu erstellen, und einem Diskriminator, der diese Inhalte bewertet und überprüft. Diese zwei Netzwerke arbeiten gegeneinander und helfen sich dabei, immer bessere Ergebnisse zu erzielen. Transformer-Modelle, wie sie in ChatGPT oder anderen textbasierten Anwendungen verwendet werden, setzen hingegen auf Deep Learning, einer besonders komplizierten Variante von Machine Learning.
Das Spannende an der generativen KI ist, dass dieser Lernprozess niemals abgeschlossen ist, sondern sie ständig dazulernen kann, um ihre Ergebnisse und auch sich selbst zu optimieren. Dabei gilt natürlich: Je mehr Daten einer KI fürs Training zur Verfügung stehen, desto besser kann sie arbeiten.
Generative KI Modelle: Die wichtigsten Technologien und Tools
Um generative KI und ihre möglichen Anwendungsgebiete besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die unterschiedlichen Modelle. Die drei wichtigsten stellen wir Dir hier vor:
GANs (Generative Adversarial Networks)
Sogenannte Generative Adversarial Networks (kurz: GANs) sind ein beliebtes Modell für die Erstellung von Bildern, Videos und anderen Medieninhalten. Hier kämpfen sozusagen zwei Akteure gegeneinander: Der Generator, der Inhalte erstellt – und der Diskriminator, der die erstellten Inhalte überprüft. Das Ergebnis sind realistische Inhalte, die sich an die antrainierten Regeln des Datensatzes halten und gleichzeitig einen kreativen und manchmal sogar überraschenden Input haben.
Ein beliebtes GAN-Modell ist StyleGan, das von Nvidia-Mitarbeitern entwickelt wurde und für die Erzeugung fotorealistischer Bilder verwendet wird.
Transformer-Modelle
Transformer-Modelle sind die Basis textbasierter Anwendungen wie ChatGPT. Sie arbeiten als sogenanntes Deep Neural Network, das in der Lage ist, riesige Mengen an Textdaten zu analysieren und auf der Grundlage dieser Daten sinnvolle und menschlich klingende Texte zu generieren.
ChatGPT ist das bekannteste Transformer-Modell. Alternativen sind Jasper, Claude und Perplexity.
Diffusionsmodelle und VAEs (Variational Autoencoders)
Neben GANs und Transformer-Modellen gibt es auch Diffusionsmodelle und VAEs, die beim Generieren von Bildern oder Videos zum Einsatz kommen. Diese Modelle fügen Bildern aus dem Trainingsdatensatz ein Rauschen hinzu und lernen dann, grob gesagt, aus diesem Rauschen neue Bildinhalte zu generieren. Dahinter steht ein hochkomplexes mathematisches Modell.
Bekannte Diffussionsmodelle sind Stable Diffusion, Midjourney und der Image Creator von Bing.
Generative KI: Anwendungen
Die Einsatzmöglichkeiten von generativer KI sind nahezu unbegrenzt und können auch Deiner Branche enorme Vorteile bringen. Wir schauen uns an, wie insbesondere digitales Marketing vom Einsatz künstlicher Intelligenz profitieren kann:
Textgenerierung
Mit generativen KI lassen sich Texte aller Art erstellen – egal, ob Blogartikel, Captions für Instagram oder Tweets: Mit ChatGPT oder Bard brauchst Du lediglich gute Prompts, um passable Texte zu generieren. An gute menschliche Texter reicht die KI natürlich nicht heran – dafür versteht sie zu wenig von Verkaufspsychologie –, aber für Start-ups oder kleinere Unternehmen mit begrenztem Budget können KI-Texte durchaus auch für Marketingzwecke eingesetzt werden.
Bilder erstellen
KI-Modelle wie Midjourney oder Diffusion kannst Du einsetzen, um Bilder nach Deinen Vorstellungen zu kreieren. Soll die generative KI Bilder erstellen, benötigt sie, genau wie bei der Generierung von Text, einen möglichst präzisen Prompt von Dir. Und genauso wie KI-generierte Texte keinen professionellen Texter ersetzen, sind KI-generierte Bilder in der Regel kein vollwertiger Ersatz für einen professionellen Werbefotografen oder Grafiker. Wenn Du aber die Möglichkeit hast, die von der KI erstellten Bilder nachträglich zu bearbeiten, kannst Du sie ebenfalls für Dein Marketing verwenden.
Generierung von Videos
Auch bei der Generierung ganzer Videosequenzen haben KI-Modelle in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Mittlerweile kann Dein Unternehmen mit einem Budget von nahezu Null Videos erstellen, die sich für Marketingmaßnahmen nutzen lassen. Doch auch hier gilt: Eine Nachjustierung durch menschliche Hand ist in den meisten Fällen noch notwendig.
Mockups
Bei der Produktentwicklung, aber auch bei der Erstellung von Landingpages oder ganzen Websites, arbeiten viele Agenturen und Marketer mit sogenannten Mockups: Skizzen und Modelle, die den Kunden einen ersten Eindruck vom Endergebnis geben sollen. Mit KI lassen sich in wenigen Sekunden für genau diesen Zweck Mockups erstellen, die Du für Pitches und Aufträge einsetzen kannst.
Code
Geht es um Webdesign oder die Entwicklung von Apps, bist Du auf Code angewiesen. KI-Modelle wie ChatGPT können Code erkennen und auch Code generieren und Dir Deinen Arbeitsalltag so erheblich vereinfachen.
Generative KI: ChatGPT im Einsatz
Die generative KI-Technologie war mit der Einführung der öffentlich nutzbaren Version von ChatGPT DAS Thema überhaupt: Plötzlich interessierte sich jede und jeder für Künstliche Intelligenz. Und für das digitale Marketing ist ChatGPT ja auch wirklich eine echte Revolution: Von der Texterstellung bis hin zur Planung und Umsetzung von Kampagnen kannst Du ChatGPT als vielseitiges Tool einsetzen und Dein Marketing optimieren.
Wichtig sind klare und präzise Prompts, also Deine Aufgabeaufforderungen: Je genauer Du im Eingabefeld beschreibst, was Du benötigst, desto besser wird das Ergebnis. Das ist eine Kunst für sich: Sogenannte Prompt Engineers, also Menschen, die wissen, wie man mit einer KI kommuniziert, könnten ein wichtiges Berufsfeld der Zukunft sein.
Strategien für den Einsatz von ChatGPT im Marketing
- Brainstorming und Content-Planung: Guter Content ist weiterhin einer der wichtigsten Bestandteile Deines Marketings. Mit ChatGPT hast Du einen Sparringspartner an Deiner Seite, mit dem Du Ideen hin- und herwerfen und neue Content- und Redaktionspläne entwickeln kannst.
Prompt-Idee: „Erstelle mir eine Liste mit 10 Ideen für kreative und interessante Blogartikel zum Thema Digitales Marketing im Jahr 2024.“
- Texterstellung: Egal, ob Du Texte für Deine E-Mail-Kampagne, Deine Social Media Posts oder Deine Werbeanzeigen benötigst: ChatGPT kann Dir dabei helfen, Texte zu erstellen, die auf den jeweiligen Kanal und die Zielgruppe zugeschnitten sind. Damit ChatGPT weiß, wie die Texte klingen sollen, musst Du Deine Zielgruppe allerdings so genau wie möglich definieren.
Prompt-Idee: „Schreibe eine kurze und ansprechende Instagram Caption zum Thema Nachhaltigkeit im Marketing, der junge Berufstätige zwischen 18 und 25 anspricht.“
- SEO: Damit Dein Content auch gefunden wird, benötigst Du eine SEO-Strategie, die Du zusammen mit ChatGPT ausarbeiten kannst. So kannst Du gezielt Keywords einfügen, Meta-Titel optimieren oder die Überschrift interessanter machen.
Prompt-Idee: „Optimiere den folgenden Text für das Keyword Content Marketing Tipps, indem Du das Keyword 5 Mal natürlich in den Text einfügst.“
Fazit
Generative KI ist auf jeden Fall eine der spannendsten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Die Möglichkeit, aus dem „Nichts“ neuen Content zu generieren, macht diese Technologie insbesondere für digitales Marketing attraktiv. Ob Bilder oder Videos, Texte oder Code – mit generativen KI-Modellen wie ChatGPT steht einer schnellen und kosteneffektiven Umsetzung Deiner Marketingideen nichts mehr im Weg.




