16. Juni 2021

Google Analytics 4: Das ändert sich mit der neuen Version

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Google Analytics 4: Das ändert sich mit der neuen Version

Seit dem 14. Oktober 2020 ist Google Analytics 4 (kurz GA4) online und frei zur Nutzung verfügbar. Der gleichzeitig neue Standard in der Property-Erstellung sorgt einerseits für viele positive Reaktionen, andererseits für Diskussionen, da Google unter anderem Tracking-Logik und Benutzeroberfläche großzügig überarbeitet hat. Wir klären auf, welche Änderungen Google Analytics 4 mit sich bringt und was diese für Sie bedeuten.

Google Analytics vor dem Update auf Version 4

Um zu verstehen, welche Auswirkungen die Änderungen haben, gilt es zunächst einmal zu verstehen, wie Google Analytics vor GA4 funktioniert hat. Bisher konnten die Nutzer des Tools aus zwei unterschiedlichen Properties wählen: der Web- und der App-Property. Wie der Name schon schlussfolgern lässt, wird die Web-Property zur Auswertung von Websites verwendet, die App-Property zur Auswertung von Mobile Apps.

Die bedeutenden Messwerte in der Web-Property sind dabei die Sitzungen und Seitenaufrufe. Sie bezieht die Daten aus dem Google Tag Manager, während die App-Property die Daten aus dem SDK für das Mobile-App-Tracking erhält. Seit 2016 steht für die Auswertung von Apps Google Firebase zur Verfügung, das aber nicht nur ein neues SDK bereit hält, sondern ein eigenständiges Analyse-Tool namens Firebase Analytics. Aber anders als bei der Auswertung von Websites, werden hier nicht Sitzungen und Seitenaufrufe nachverfolgt, sondern Nutzer und Ereignisse.

Großer Nachteil war in der Firebase-Nutzung zuletzt die Trennung von den Universal Analytics und den Firebase Analytics. Denn die Firebase-Daten aus Mobile Apps ließen sich nur statisch in Google Analytics importieren – eine dauerhafte Integration mit fortlaufend neuen Daten war nur über einen Umweg möglich: die manuelle Konfiguration des Google Tag Managers.

Weitere Herausforderung: Der unterschiedliche Fokus beider Tracking-Methoden macht es schwer, eine Vergleichbarkeit zwischen Web- und App-Daten herzustellen. Damit die Daten aus den jeweiligen Quellen in eine gemeinsame Ansicht bei Google Analytics einlaufen, musste eben jener Umweg bemüht oder auf die veraltete Technologie des Mobile SDK zurückgegriffen werden.

 

Die neue Tracking-Logik vorgestellt

Im Mittelpunkt der neuen Tracking-Logik steht das Global Site Tag, das 2017 eingeführt wurde und eine einheitliche Erfassung der Daten möglich macht. In diesem Zusammenhang werden die verwendeten Metriken angeglichen, sodass Web- und App-Analysen jetzt die gleichen Kennzahlen in den Fokus rücken. Die neue Google Analytics 4 Property konzentriert sich auf Nutzer, Ereignisse und Parameter. Damit gibt es jetzt einen gemeinsamen Standard, der gleichermaßen für Websites und Mobile Apps gilt und eine Vergleichbarkeit und übersichtliche Darstellung der Ergebnisse möglich macht.

Ein weiterer großer Unterschied im Vergleich zur Vorgängerversion: Mit Google Analytics 4 wird nun das Tracking ohne Cookies möglich, wodurch gänzlich neue Interaktionswege der Nutzer nachvollzogen werden können. Besonders nützlich ist das für die Core Web Vitals, die Google im Juni 2021 mit dem nächste Core Update einführen wird. Hier werden deutlich optimierte Auswertungen der User Experience durch das cookieless tracking möglich.

Wir haben die Vorteile von Google Analytics 4 für Sie zusammengefasst:

  • Machine Learning: Neue Algorithmen erlauben eine genauere Auswertung der Daten
  • Datenschutz: Datensammlung ohne Cookies wird möglich
  • Modelling: Ergänzung fehlender Daten über Modellierungsansätze
  • Data Control: Administration der Daten wird vereinfacht
  • Anonymisierung: Standardmäßige Anonymisierung von IP-Adressen der Besucher
  • Data Streams: Neben Seitenaufrufen werden Ereignisse wie Scrolls und Linkklicks erfasst
  • Visualisierung: Neue Darstellungsmöglichkeiten durch über Trichter, Tabellen und Streudiagramme

Was sich durch Google Analytics 4 ändert

Die beiden größten Änderungen durch Google Analytics 4 haben wir in den vergangenen Absätzen bereits erläutert: die Zusammenführung von Web- und App-Property zu einer neuen einheitlichen Property, sowie die Möglichkeit des Trackings ohne Cookies. Darüber hinaus gibt es mit der neuen Version weniger vordefinierte Standardberichte, dadurch aber mehr Möglichkeiten zur flexiblen Ausgestaltung der Berichte.

Haben Sie in der Vergangenheit solche Standardberichte benutzt, sollten Sie nun prüfen, ob diese nach wie vor existieren – und sie neu bauen, falls nicht. Alle Events müssen von Ihnen definiert werden, da „Kategorie“, „Aktion“, „Label“ und „Wert“ nicht mehr existieren. Content-Gruppen müssen über GTM oder Data Layer erstellt und der Data Layer für E-Commerce-Tracking angepasst werden.

Die zentralen Unterschiede zusammengefasst

Im direkten Vergleich lassen sich die Unterschiede wie folgt zusammenfassen: Während der Fokus der Auswertung zuletzt auf den Sitzungen lag, liegt er bei Google Analytics 4 auf den Nutzern – und das kommt Ihnen in der alltäglichen Nutzung zugute. Wir haben die Unterschiede zwischen Universal Analytics und Google Analytics 4 einmal in der folgenden Tabelle im Detail zusammengefasst.

Feature Universal Analytics (UA) Google Analytics 4 (GA4)
Fokus Sitzungen im Vordergrund Nutzer im Vordergrund
Standards Seitenaufruf als Standard-Interaktion 6 Ereignisse, wie Scroll, Klicks im Standard
Ereignis-Definition Definition von Ereignissen über GTM Definition von Ereignissen über Data-Stream
Tracking Tracking nur über Cookies cookieless Tracking
Ebenen und Ansichten Konto, Property & Datenansicht Konto- und Propertyebene
Datenaufbewahrung 14, 26, 38 & 50 Monate 2 & 14 Monate
Filtermöglichkeiten Starke Filter für Datenansichten Keine Filtermöglichkeiten, außer interne Zugriffe
Konfiguration & Aktivierung Konfiguration von individuellen Zielen einfache Aktivierung von Standard-Zielen
Ereignisse & Ziele 25 Ziele pro Datenansicht, 25 Datenansichten Definition von max. 30 Ereignissen als Conversion
Anzahl der Properties 100 Properties pro Konto 100 Properties pro Konto
Berichte viele Standardberichte wenige Standardberichte, mehrere Custom Reports können angelegt werden
Metrik Absprungraten Metrik Engagement Rate Metrik (Engangement = User der mindestens 10 Sekunden auf der Webseite ist)
Analyse oberflächliche Echtzeit-Analyse detaillierte Echtzeit-Analyse
Visualisierung Visualisierung über Berichte & Dashboards starke Analyseoptionen im Analyse-Hub
Analyse einfache ML-Algorithmen zur Analyse Built-in Machine Learning zur Analyse
Audiences & Segmente Segmente statt Audiences Audiences statt Segmente
Filter fortgeschrittene Filter über reguläre Ausdrücke nur einfache Tabellenfilter
Channel Grouping Channel Grouping ist vorhanden fehlt bisher
Search Console Integration Search Console Integration vorhanden fehlt bisher

Neue Ereignisse für die Data Streams

Neben den Pageviews gibt es außerdem fünf weitere neue Ereignisse, die sich nun eigenständig tracken und auswerten lassen, um Ihnen einen noch individuelleren Blick auf die Nutzung Ihrer Seite zu geben.

Die sechs neuen Ereignisse sind:

  • Pageview: Zählt die Seitenaufrufe der Nutzer
  • Scrolls: Zählt die Male, in denen Nutzer 90 Prozent einer Seite durchscrollen
  • Klicks auf ausgehende Links: Zählt die Klicks von Nutzern auf Links, die zu einer externen Website führen
  • Website-Suche: Misst die Anzahl der Suchanfragen auf der Seite durch dei Nutzer
  • Video-Engagement: Zählt die Interaktion mit YouTube-Videos, die Sie eingebunden haben
  • Downloads: Zählt, wie oft Nutzer ein Dokument heruntergeladen haben

Die neue Benutzeroberfläche von Google Analytics

Mit dem Update auf GA4 hat Google ein neues User Interface für Google Analytics eingeführt. Dieses ist nun deutlich komplexer, aber bietet dadurch mehr Möglichkeiten für den Nutzer: Die Bereiche Lebenszyklus, Nutzer, Ereignisse und Erkunden sind neu.


Die Features der neuen Benutzeroberfläche:

  • Startseite: Berichte und Analysen
  • Echtzeit: Was tun die Besucher im Moment auf Ihrer Seite?
  • Akquisition: Woher kommen die Besucher Ihrer Seite?
  • Engagement: Wie interagieren die Besucher mit Ihren Seiteninhalten?
  • Monetarisierung: Was setzen Sie in Ihrem Online-Shop um?
  • Bindung: Wie lange halten sich die Nutzer auf Ihrer Seite auf?
  • Zielgruppe: Demographische und technische Beschreibung Ihrer Besucher
  • Ereignisse: Mit welchen Zielen interagieren die Besucher Ihrer Seite wie?
  • Analyse: Dashboards und benutzerdefinierte Berichte konfigurieren
  • Zielgruppen: Abgrenzen Ihrer Zielgruppen unter Segmenten
  • Custom Dimensions: Welche Eigenschaften haben Ihre Nutzer?
  • Verwaltung: Die Verwaltung von Google Analytics
  • Widgets: Berichte mit Daten im Überblick
  • Berichte anpassen: Hier können Sie zusätzlich nach Alter oder Region Berichte teilen oder sie exportieren
  • Statistiken: Machine Learning zu verschiedenen Kategorien
  • Suchbox: Möglichkeit, Analysefragen zu stellen

Fazit

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass mit Google Analytics 4 die Nutzer Ihrer Website in den Fokus rücken und Sie mit dem Update die gesamte Customer Journey Ihrer Besucher geräteübergreifend genauer nachvollziehen können. GA4 verschafft Ihnen ein genaueres Bild der User Experience Ihrer Nutzer und vereinfacht es Ihnen damit, das Erlebnis Ihrer Kunden und potenziellen Kunden zu optimieren.

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